Entscheid rückgängig machen

«Kein Schwimmunterricht mehr», 17.8.2012

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Das Schulschwimmen soll in Andwil-Arnegg gestrichen werden. Dagegen regt sich von verschiedener Seite Widerstand. (Archivbild: Urs Bucher)

Das Schulschwimmen soll in Andwil-Arnegg gestrichen werden. Dagegen regt sich von verschiedener Seite Widerstand. (Archivbild: Urs Bucher)

«Kein Schwimmunterricht mehr»,

17.8.2012

Als zurücktretender Gemeinderat und CVP-Ortsparteipräsident von Andwil möchte ich zu den Sparmassnahmen des Schulrates Andwil-Arnegg und den verschiedenen Reaktionen in Form von persönlichen Gesprächen und den zahlreichen Leserbriefen wie folgt Stellung nehmen: Landauf, landab sind sich wohl alle einig, dass Bildung einen äusserst hohen Stellenwert für die Schweiz hat. Was die Situation in Andwil anbelangt, so waren der Gemeinderat und die Bevölkerung nach der Bekanntgabe des Bau- und Renovationsprojektes der Schule im Frühling 2011 allerdings sehr besorgt, was die finanziellen Auswirkungen des knapp 10-Millionen-Franken-Projektes sein würden. Immerhin machen die Ausgaben für die Schule knapp 50 Prozent des Gemeindebudgets von Andwil aus und stellen somit mit Abstand den grössten Kostenblock dar. Nebst der Höhe selbst ist und war auch die Entwicklung der Kosten besorgniserregend, da die Ausgaben für die Schule in den letzten Jahren massiv angestiegen sind. In diesem Umfeld sind die Sparanstrengungen der Schulgemeinde grundsätzlich zu begrüssen, versucht der Schulrat damit doch, den Spagat zwischen qualitativ guter Schule und Kostenkontrolle erfolgreich umzusetzen. Davon profitieren letztlich auch die Familien mit Ihren Kindern von Andwil, bleibt der Steuerfuss damit doch auf einem erträglichen Niveau. Betrachtet man die einzelnen Sparmassnahmen etwas genauer, dann machen die Optimierung der Klassen und die Reduzierung des baulichen Unterhaltes durchaus Sinn, getreu dem Sprichwort: Spare in der Zeit, so hast du in der Not. Auf wenig Verständnis hingegen stossen die Streichung des Schwimmunterrichts, des Skilagers und der Wintersporttage. Dies deutet auf wenig Fingerspitzengefühl hin. Ich bin überzeugt, dass der Schulrat bereits an seiner nächsten Sitzung den Entscheid bei den drei letztgenannten Positionen rückgängig machen und damit auf die Stimme des Volkes hören wird. Es ist nämlich glücklicherweise nicht so, dass die Gemeinde Andwil finanziell aus dem letzten Loch pfeift, damit solche Schnellschüsse nötig wären. Es macht ganz den Anschein, als wolle der Schulrat damit das Kind mit dem Bade ausschütten. Was aus dieser Debatte zudem auch klar hervor- geht, ist die Tatsache, dass in den bestehenden, veralteten Strukturen immer wieder solche Schwierigkeiten auftreten werden. Denn die beiden Politischen Gemeinden Gossau und Andwil sind durch die Schulgemeinde Andwil-Arnegg hoffentlich auf Gedeih und weniger Verderben miteinander verbunden. Darum ist es zu begrüssen, dass die Räte von Gossau, Arnegg und Andwil Ende August zusammensitzen und sich Gedanken machen, wie zukünftig professionell und effizient zusammengearbeitet werden kann. Es könnte dann durchaus sein, dass eine Vereinigung der Politischen und der Schulgemeinden zu einer Einheitsgemeinde am sinnvollsten ist.

Marc Schäfer

Gemeinderat und

CVP-Präsident Andwil

Wiesentalstrasse 7, 9204 Andwil

Hände in Unschuld waschen

Bei der Debatte über die unseligen Sparmassnahmen der Schule Andwil-Arnegg kommt mir Pontius Pilatus in den Sinn. Der sagte angesichts der bevorstehenden Kreuzigung von Jesus: «Ich wasche meine Hände in Unschuld.» Es gibt eine Partei, die grosse Steuerreduktionen im Kanton St. Gallen durchdrückte. Die Folge: zu wenig Geld im Kanton. Die Folge: ein Sparpaket von 200 Millionen Franken. Die gleiche Partei schreibt im April, dass die 200 Millionen Franken zu wenig sind. In der Kantonsratsdebatte im Juni sagte die Partei: «Sparen bedeutet verzichten.» Und: «Wir müssen unpopuläre Entscheide fällen.» Der Kantonsrat genehmigt das 200-Millionen-Sparpaket. Doch das ist der Partei zu wenig. Sie verlangt ein weiteres Sparpaket von 60 Millionen Franken. Die harten Sparmassnahmen des Kantons treffen logischerweise auch die Gemeinden. Die Folge: hart sparen. Und was tut nun die steuerfussreduzierende und sparwütige Partei? Sie kritisiert die Andwiler Sparmassnahmen. Pilatus scheint auferstanden zu sein.

Roman Weibel

Falkensteinstr. 56, 9000 St. Gallen

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