Ente trotz gelber Bänder getötet

In der Voliere im St. Galler Stadtpark flattern seit einem Monat gelbe Bänder. Sie sollen Greifvögel fernhalten. Trotzdem packte letzte Woche wieder einer zu.

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Trotz Schleifen nicht ganz sicher vor Raubvögeln: Enten in der Voliere. (Bild: Christina Weder)

Trotz Schleifen nicht ganz sicher vor Raubvögeln: Enten in der Voliere. (Bild: Christina Weder)

Der Angriff geschah letzte Woche in den frühen Morgenstunden. Ein Greifvogel liess sich von den gelben Bändern, die über dem Entengehege in der Voliere flattern, nicht abschrecken und packte zu. Seine Beute liess er zurück: Eine Marmelente. Es ist der vierte Verlust, den Christian Müller, Präsident der Volière-Gesellschaft St. Gallen, seit Februar zu beklagen hat. Ein Säger, eine Schwarzkopf-Ruderente und eine weitere Marmelente mussten bereits ihr Leben lassen. Nach den ersten drei Angriffen spannte Müller die Bänder. Sie sollten Raubvögel fernhalten. Nun der neue Angriff.

Müller hat den Angreifer nie gesichtet. Aufgrund der Verletzungen der Tiere vermutet er aber ein Sperberweibchen dahinter. Die Enten seien ein «leichtes Opfer». Sie sind coupiert und damit flugunfähig. Zudem sitzen sie in der Paarungs- und Brutzeit vor allem an Land herum.

«Leider erwischt es immer die kostbaren kleinen Tiere», sagt Müller. Besonders schmerzt ihn der Verlust einer Weisskopf-Ruderente vom letzten Jahr. Das Entenmännchen ist allein zurückgeblieben. Müller will ihm den Partner ersetzen. Doch es sei schwierig, eine solche Ente zu finden. In der Schweiz gibt es nur wenige Brutpaare. Zudem kostet ein Tier rund 1000 Franken.

«Deshalb müssen wir jene Vögel schützen, die wir haben», sagt Müller. Am liebsten würde er die Anlage mit Netzen überdecken. Doch er bleibt realistisch: «Vermutlich muss ich einfach mehr Bänder spannen.» Eine Dauerlösung ist dies nicht. Im Juli, wenn die Brutzeit der Enten vorüber ist, werden die gelben Bänder wieder entfernt. (cw)