ENGELBURG: «Weitere Deponien braucht es sowieso»

Eine Grossdeponie im Steinachtobel wird nicht realisiert. Eine Möglichkeit stattdessen ist, die Deponie Tüfentobel um rund vier Millionen Kubikmeter zu erweitern.

Perrine Woodtli
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In der Deponie Tüfentobel bei Engelburg wäre eigentlich noch mehr Platz für Aushubmaterial vorhanden. (Bild: Michel Canonica)

In der Deponie Tüfentobel bei Engelburg wäre eigentlich noch mehr Platz für Aushubmaterial vorhanden. (Bild: Michel Canonica)

Perrine Woodtli

perrine.woodtli

@tagblatt.ch

Das Steinachtobel ist als Deponiestandort ungeeignet. Dies teilte der Kanton vor einer Woche mit (Tagblatt vom 29. April). Das kantonale Amt für Umwelt und Energie hatte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachstellen die Möglichkeiten für die Grossdeponie geprüft. Die Abklärungen zeigten jedoch, dass das Projekt eine Vielzahl geschützter Tier- und Pflanzenarten massiv beeinträchtigt hätte.

Stattdessen wolle man nun die bestehenden Deponiestandorte möglichst optimal weiter- nutzen, heisst es in der Mitteilung. Eine Möglichkeit dabei ist, das Volumen der Deponie Tüfentobel auf Gaiserwalder Boden zu erweitern. Diese Idee ist jedoch nicht neu. Bereits vor zwei Jahren startete das «Projekt zur optimalen Auffüllung». Dies, weil bei der Deponie eigentlich noch mehr Platz für Aushubmaterial vorhanden wäre. Involviert in das Projekt sind Vertreter verschiedener Ämter. Christian Helbig, Bereichsleiter Abfalllogistik und Deponie, bestätige damals, dass es sinnvoll wäre, die Deponie zu erweitern. Eine Voraussetzung für eine weitere Planung war aber, dass sich die Grundeigentümer einig sind. Da der Boden im Tüfentobel teils der Gemeinde Gaiserwald, der Ortsbürgergemeinde St. Gallen sowie Privaten gehört, war dies nicht so einfach.

Gespräche mit Grundeigentümern

Bei dem Projekt habe es sich vor zwei Jahren noch um eine Variantenstudie gehandelt, sagt Marco Sonderegger, Unternehmensleiter von Entsorgung St. Gallen. Nun aber habe man das «Projekt zur optimalen Auffüllung» vorantreiben können. «Es haben Gespräche mit den Grundeigentümern stattgefunden. Es gab zudem Begehungen auf dem Gelände, damit sie sehen, wie was ausschauen könnte», sagt Sonderegger. «Es gibt nun Pläne zur geplanten Erweiterung.» Vorgesehen ist, dass das Volumen der Deponie um über vier Millionen Kubikmeter vergrössert wird. «Es ist von Vorteil, wenn man bestehende Deponien ausbauen kann, da so andere Gebiete geschont werden. Der Kanton ist an solchen Projekten interessiert.»

Sonderegger betont, dass es sich nach wie vor um ein Vorprojekt handle, das derzeit ausgearbeitet werde. Es gebe einen Terminplan. Darin enthalten sind Gespräche, Planungsarbeiten der Ingenieure, Sitzungen mit dem Lenkungsausschuss sowie diverse andere Arbeiten. Ein solches Grossprojekt sei aufwendig und benötige Zeit, sagt Sonderegger. «Ob eine Erweiterung überhaupt realistisch ist, ist nach wie vor offen. Von grünem Licht kann man definitiv noch nicht sprechen.»

Deponiestandorte in der Region weiterhin benötigt

Falls die Deponie aber tatsächlich erweitert wird, stellt sich die Frage, ob es die geplanten Deponien in der Region überhaupt noch braucht. Nebst der Inbetriebnahme der Deponie Unterbüel sind in Mörschwil die Deponien Riederen und Aachen im kantonalen Richtplan festgesetzt. So auch der Deponiestandort Rütiholz in Häggenschwil. Laut Sonderegger hat eine Erweiterung der Deponie Tüfentobel darauf keine Auswirkungen. «Die weiteren Deponien braucht es so oder so, da ein Mangel an Deponien besteht.» Bis man mehr zum Projekt sagen kann, könnte es noch dauern, sagt Sonderegger. «Wir werden voraussichtlich im Herbst zu einem Infoanlass einladen.»