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ENGELBURG: Inspirationen aus der Geisterbahn

Heute erscheint das neue Album von Gion Stump & The Lighthouse Project. Die Lieder werden morgen am Honky Tonk live zu hören sein. Inspirieren lassen hat sich Sänger Gion Stump von seinen Erlebnissen als Geist.
Perrine Woodtli
Samuel Näf, Reto Stump, Orlando De Toffol, Gion Stump und Claudio Weder (v.l.) sind Gion Stump & The Lighthouse Project. (Bild: PD/Justine Klaiber)

Samuel Näf, Reto Stump, Orlando De Toffol, Gion Stump und Claudio Weder (v.l.) sind Gion Stump & The Lighthouse Project. (Bild: PD/Justine Klaiber)

Perrine Woodtli

perrine.woodtli

@tagblatt.ch

Fünf Jahre ist es her, seit Gion Stump & The Lighthouse Project das letzte Album veröffentlicht haben. Nun gibt es Nachschub: Heute veröffentlicht die Band um den Engelburger Gion Stump «Holy Darkness». Zwei Jahre lang hat das junge Quintett, bestehend aus vier Engelburgern und einem Stadtsanktgaller, an seinem dritten Album gearbeitet. Morgen spielen sie es erstmals vor Publikum im «Einstein» am Honky Tonk vor. Dies hat Tradition. Schon 2012 weihten sie dort ihr Album ein. «Das ‹Einstein› ist unsere Stammbar und gehört zu uns», begründen Sänger und Gitarrist Gion Stump und Bassist Samuel Näf die Lokalwahl.

In der Dunkelheit in die Menschen hineinblicken

Der Albumtitel kommt nicht von ungefähr. Die Lieder sind düsterer als jene auf dem letzten Album. Inspiration holte sich Stump an einem ungewöhnlichen Ort, nämlich in der Geisterbahn. Seit zwei Jahren tourt er von ­Jahrmarkt zu Jahrmarkt und erschreckt als Geist Leute. «Ich habe mir damit einen Kindheitstraum erfüllt und meine Passion gefunden», sagt der 25-Jährige. Es sei ein spezielles Gefühl, zehn Stunden lang in der Dunkelheit zu sein. Es gehe ihm nicht nur ­darum, Leute zu erschrecken. «Es ist spannend, die Leute in der Dunkelheit zu sehen. Sie verhalten sich da ganz anders – ehrlicher.» Ein Geist zu sein mache ihm viel Spass. Aber er habe gelernt, dass es nicht um seinen Spass gehe, sagt Stump. Der Job sei dem eines Musikers gar nicht so unähnlich. «Bei beidem geht es darum, zu unterhalten.»

Nebst der Geisterbahn inspirierte ihn auch das aktuelle Weltgeschehen. «Um das kommt man nicht herum», sagt Stump. So drehen sich die Songs auch um Faschismus oder Terror. Um in Ruhe schreiben zu können, hat er sich zwei Wochen lang zurückgezogen. An einen Ort in den Bündner Bergen, «wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen». «Wenn du alleine bist, kommen dir automatisch düstere Gedanken», sagt Stump. Die neuen Lieder seien abwechslungsreich. «Oft düster, aber in jedem Stück gibt es einen Lichtblick. Und schwarzen Humor.» Dieser sei die beste Waffe gegen dunkle Tage. Für drei Songs hat die Band den Kinderchor Gaiserwald hinzugeholt. Produziert wurde das Album von Orlando Ribar in St. Gallen.

Einen Vorgeschmack auf «Holy Darkness» gab die im März veröffentlichte Single «Seven Seas». Die Leute hätten bisher positiv auf diese reagiert. «Wenn jemand sagt, dass wir anders tönen als auf dem letzten ­Album, ist das ein Kompliment», sagt Stump. «Das wollten wir ja.» Als das Album schliesslich fertig war, sei das ein tolles Gefühl gewesen, sagt Samuel Näf. «Man ist auf jeden Fall erst mal erleichtert.» Endlich würden die Leute sehen, was man die ganze Zeit gemacht habe, ergänzt er.

In Engelburg verwurzelt

Nun freuen sich die Musiker, dass es wieder auf die Bühne geht. Stump war im Januar in Deutschland mit seinem Soloalbum auf Tour. Die Band trat zuletzt im ­Oktober auf. Nebst dem neuen Album gibt es einen weiteren Grund zum Feiern: Die Band hat dieses Jahr ihr Zehnjähriges. Ihr erstes Konzert sei in Waldkirch gewesen, erinnert sich Stump. Auch wenn sich seither einiges verändert hat, blieb etwas gleich: nach wie vor wird in Engelburg geprobt, «in einem dunklen, tiefen Keller». Obwohl Stump jetzt in Zürich wohnt, sei der Bezug zur Heimat gross. «Im Dorf sprechen uns die Leute an und fragen, wie es läuft. Sie interessieren sich. Das ist schön.» Ein immer spezielles Erlebnis seien die Auftritte bei Kultur in Engelburg, ergänzt Näf. «Dort würden wir gerne wiedermal spielen.»

Spielen werden Gion Stump & The Lighthouse Project nebst dem Honky Tonk am Musikfestival Egnach im Juni. Weiteres darf Näf noch nicht verraten. Nur so viel: «Im Frühling 2018 geht es nach Deutschland.» Auch wenn der Fokus nun auf der Band liegt, gibt Gion Stump sein Geister-Ich nicht auf. «Dafür nehme ich mir Zeit. Die Jahrmärkte sind ja meistens während der Woche, die Konzerte am Wochenende.»

Live am Honky Tonk

Samstag, 20 Uhr, Hotel Einstein

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