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ENGAGEMENT: SVP-Reimann ärgert sich über die Medien

Der St.Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann setzt sich für den in den Kosovo ausgeschafften Rapper Besko ein. "Er nützt uns hier mehr als im Kosovo", sagt Reimann. Und postet gleichzeitig ein Video, in dem er sich darüber ärgert, dass ihn die Medien nun fast schon als Sozialisten hinstellen.
Der St.Galler Nationalrat Lukas Reimann. (Bild: MARCEL BIERI (KEYSTONE))

Der St.Galler Nationalrat Lukas Reimann. (Bild: MARCEL BIERI (KEYSTONE))

"Nicht jeden Müll den Medien glauben! Ich bin weiterhin der Meinung: Kriminalität gehört ausgeschafft, nicht integriert." Das schreibt der St.Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann auf Facebook zu einem Video, das er am Mittwoch kurz vor dem Mittag heraufgeladen hat. Im Filmchen verleiht Reimann seinem Ärger über die Medien Ausdruck. Diese haben am Mittwoch die Nachricht aufgegriffen, dass Reimann dem kriminell gewordenen Rapper Besko die Rückkehr in die Schweiz ermöglichen möchte. Besko hat mit Nötigung, Diebstahl und bewaffnetem Raubüberfall einiges auf dem Kerbholz und ist vor kurzem in seine Heimat Kosovo ausgeschafft worden.

"Was, wenn nicht das, ist ein Härtefall?"
Wie "20 Minuten" mit Verweis auf einen für heute Abend geplanten Beitrag der SRF-Sendung "Rundschau" berichtet, ist Lukas Reimann überzeugt: Besko hätte in der Schweiz junge Migranten positiv beeinflussen können. Er spricht von einer "verpassten Chance" und sagt: "Man muss abwägen: Er nützt uns hier mehr als im Kosovo."

Er sei zwar nach wie vor für eine strenge Haltung bei der Ausschaffung von kriminellen Ausländern, hält Lukas Reimann weiter fest. "Aber was, wenn nicht das, ist ein Härtefall?" Besko, Vater eines kleinen Sohnes, zeigte im Gefängnis Reue über seine Taten, machte seine kriminelle Vergangenheit zum Thema von Rap-Texten und sprach laut "20 Minuten" auch mit Jugendlichen über seinen Weg. Gemäss dem Artikel wohnt der Rapper derzeit in einem Hotel im Norden Kosovos und ist auf Job- und Wohnungssuche. Lukas Reimann hat zugunsten Beskos sogar beim Chef des Staatssekretariats für Migration interveniert.

Auftritt in der "Rundschau"
In seinem Facebook-Video äusserte sich Lukas Reimann am Mittwochmittag erstaunt darüber, dass nun in allen Medien stehe, er setze sich für einen kriminellen Ausländer ein. Seine Aufgabe als Politiker sei es, nicht den Einzelfall anzuschauen, sondern das Gesamte. "Es gibt Fälle, in denen es absolut stossend ist, dass Leute nicht ausgeschafft werden. In anderen Fällen kann man darüber diskutieren", sagt Reimann im Kurzfilm. Er stellt sich grundsätzlich die Frage, ob es tolerierbar sei, dass in gewissen Kantonen gar niemand ausgeschafft werde, während in anderen Kantonen so durchgegriffen werde, wie man sollte. "Die Medien müssen mich jetzt nicht hinstellen, als wäre ich plötzlich ein Sozi", sagt Lukas Reimann abschliessend. Und verweist darauf, dass er in der "Rundschau" vom Mittwochabend, 20.55 Uhr, über das Thema sprechen wird. (red.)

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