Energiebilanz von Häusern steigern

Der Hauseigentümer-Verband im Kanton St. Gallen kritisiert fehlende Anreize fürs Energiesparen in Gebäuden. Er fordert zudem die Abschaffung des Eigenmietwerts.

Reinhold Meier
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WILDHAUS. Der Hausbau ist eine private Sache und hat zugleich grosse öffentliche Wirkung. Dieses Spannungsfeld prägte die Versammlung des HEV in Wildhaus und spiegelte sich in Sachfragen. Die Hauseigentümer sind gefragt, wenn etwa der Kanton den Verbrauch fossiler Brennstoffe wie geplant bis 2020 um 15 Prozent senken will. Schliesslich verbrauchen Haushalte mit knapp 30 Prozent ungefähr soviel Energie wie Verkehr oder Industrie.

Allein durch effizientere Gebäudetechnik und moderne Heizungen liessen sich über 400 Gigawattstunden einsparen.

Klar für Energieagentur

Die geplante kantonale Energieagentur findet darum ungeteilten Zuspruch und auch aktive Mitarbeit bei den Hauseigentümern. Als Verein oder Stiftung organisiert, würde sie Sanierungen und den Einsatz von erneuerbaren Energien unterstützen, auch bei Altbauten. Davon profitierte nicht zuletzt das regionale Gewerbe. Mit einem vorgesehenen Mitteleinsatz von 4,7 Mio.

Franken liessen sich «energetische Wirkungen» von 25 Mio. Franken erzielen.

«Die grosse Nachfrage nach Energieberatung belegt den Bedarf», betonte Präsident Karlpeter Trunz vor den Delegierten der 24 195 HEV-Mitglieder. Daher werde die Teilzweckbindung der CO2-Abgabe für diese Zwecke unterstützt.

Eigenmietwert und Bausparen

Weiter Druck machen möchte der HEV bei der Zwillingsinitiative «Eigene Wände» und «Wohnen im Alter».

Dabei geht es einerseits um den vom Bundesrat bisher ablehnend beurteilten Vorstoss zum Bausparen und zum andern um die Abschaffung des Eigenmietwerts, der bei der Landesregierung zwischenzeitlich auf Gehör stiess, allerdings nur in Form eines indirekten Gegenvorschlags.

Weil dieser aber den Wegfall des Schuldzinsenabzugs als Ersatz für den Eigenmietwert einplant, wird er vom HEV bekämpft. «Gerade in ländlichen Regionen wie dem Kanton St.

Gallen mit starkem Baugewerbe sind wir auf Abzugs- und Investitionsmöglichkeiten angewiesen», erklärte Trunz. Mittlerweile will der Bundesrat jetzt doch Steuerabzüge vorsehen – wenigstens für Ersterwerber von Wohneigentum und auch für Energiesparmassnahmen.

Der Leerwohnungsstand im Kanton ist entsprechend dem landesweiten Trend gesunken und liegt aktuell bei 1,4 Prozent. Im Trend liegen Mehrfamilienhäuser. Die Nachfrage bei Einfamilienhäusern ist gemäss Trunz stabil, jene nach Geschäftsimmobilien sinke.

1346 neue Mitglieder

Wachstumszahlen kann der HEV auch verbandsintern notieren. Allein im letzten Jahr hat er netto 1346 neue Mitglieder gewonnen und ist damit jetzt um 20 Prozent grösser als noch vor drei Jahren. Mit dem Programm «HEV 2012 plus» wollen die Hauseigentümer ihre Strukturen anpassen und an politischer Schlagkraft gewinnen.

Die Beratung bei Energie- und Baufragen und die Konfliktvermittlung sollen flächendeckend professioneller werden. Dafür soll der dezentral gewachsene Verband mit seinen 20 Sektionen zu acht Dienstleistungsregionen formiert werden. Denkbar wären auch Fusionen kleiner Sektionen.