Empörung über Sparrunde in der Badi

Sparmassnahmen im Freibad: Eine Reduktion des Gastronomieangebots und kürzere Öffnungszeiten ­haben Badegäste empört – sie lancierten eine Umfrage. Das Resultat ist eindeutig.

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Eine gute Gastronomie und flexible Öffnungszeiten wünschen sich Gäste für die Badi Teufen. (Bild: Karin Erni)

Eine gute Gastronomie und flexible Öffnungszeiten wünschen sich Gäste für die Badi Teufen. (Bild: Karin Erni)

Zu Beginn der diesjährigen Badesaison war im Schwimmbad Teu-fen fast nichts mehr wie zuvor: Das täglich frische Mittagsmenu war gestrichen; statt dessen wurden Schnitzel und Pommes und Hamburger angeboten. Zum Kaffee gab’s keine Gipfeli mehr; Sandwiches fehlten im Angebot. Frühschwimmen ist nur noch Dienstag und Donnerstag ab 7 Uhr möglich und nicht mehr an allen Werktagen. Dafür mähten Angehörige des Bauamts nachmittags in Anwesenheit von Badegästen um 14 Uhr den Rasen. Regelmässige Gäste reagierten irritiert.

Zwar hatte die Gemeinde vor Beginn der Badesaison verlauten lassen, sie habe den «Dienstleistungsumfang», «sicherheitstechnische Bedingungen» und «Mass­nahmen kontrolliert», Öffnungszeiten seien «optimiert» und die «Rahmenbedingungen für Schwimmer» verbessert worden. Neu werde ein Teil des Gastroangebots durch die Küche des Altersheims Gremm bereitgestellt. «Die Standardangebote» stünden auch weiterhin zur Verfügung – so die Mitteilung der Gemeinde.

Bisher war das Freibad ein beliebter Treffpunkt: Morgens trafen sich Nachbarn zu Kaffee und Gipfeli, Frühschwimmer stärkten sich mit Sandwiches. Arbeiter und Geschäftsleute trafen sich zum Znüni. Das gastronomische Angebot wurde rege genutzt.

Sauer regierten Schwimmer auch, als sie an schönen Tagen vor verschlossenen Türen standen, wie eine Frühschwimmerin empört berichtete, der dies zweimal passiert sein soll.

Badegast lanciert Umfrage

Ein aufgebrachter Badegast reagierte. Er schrieb der zuständigen Gemeinderätin und dem Gemeindepräsidenten einen Brief, in dem er seiner Entrüstung Ausdruck verlieh: Die Badi Teufen sei mehr als «ein Schwimmbecken mit Liegewiese und Spielplatz». Mit dem bisherigen Restaurant habe sie zu einer selten gewordenen Kultur beigetragen: zu spontanem Zusammensein unter den Badegästen.

Eine Schwimmerin hat ihrem Unmut mit einer Umfrage Luft gemacht. Bisher haben 260 Personen teilgenommen. 77 Prozent wünschen sich eine leistungsfähige Gastronomie mit frischem Mittagsmenu und 67 Prozent wollen die bisherigen Öffnungszeiten für Frühschwimmer zurück. (mw)