Eltern haben ein Ferienproblem

Zwei, drei Wochen Badeferien, danach startet wieder der Arbeitsalltag. Doch die Schulferien der Kinder dauern noch an. Wohin also mit den Kindern? Zu Verwandten schicken ist eine Variante, schulergänzende Angebote eine andere.

Alexandra Pavlovic
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Auch während der Sommerferien können sich die Kinder in der Kinderkrippe Fiorino West austoben. (Bild: Ralph Ribi)

Auch während der Sommerferien können sich die Kinder in der Kinderkrippe Fiorino West austoben. (Bild: Ralph Ribi)

Nur noch wenige Stufen sind es zur Haustüre. Dann endlich sind Valentin und Emma angekommen. Wieder daheim nach zwei Wochen Badeferien im Süden. Am Montag beginnt für die Eltern aber bereits wieder der Arbeitsalltag. Doch wohin mit den Kindern? Valentin hat noch Schulferien und sein Hort ist ebenfalls zu. Auch Emmas Kita hat zwei Wochen Betriebsferien.

Vergünstigung in den Ferien

«Im Gegensatz zu den schulergänzenden Betreuungsangeboten sind viele Kindertagesstätten im Sommer geöffnet», sagt Nadine Hoch, Geschäftsleiterin des kita-netzwerk-ost.ch, dem Ostschweizer Verband der Kitas und Horte. Wie etwa die Kinderkrippe Fiorino West. Die Kindertagesstätte ist während der Sommerferien gut besucht. «Noch vor zwei Jahren hatten wir jeweils für zwei Wochen Betriebsferien», sagt Gruppenleiterin Janine Burkhardt. Dies hätten sie aufgrund grosser Nachfragen und für mehr Flexibilität zugunsten der Eltern geändert. Minim weniger Kinder hätten sie in den ersten Juliwochen. Da könne es durchaus vorkommen, dass die Gruppen zusammengelegt werden. In der Zeit werden auch mehr Tagesausflüge unternommen: Besuche im Walter-Zoo oder eine Reise ins Appenzellerland. Auch im «Sumsihuus» gibt es vermehrt Ausflüge. Was während der Ferien speziell ist, ist der Preis. «Wir haben eine Reservationstaxe», sagt Fogerty. Wer einen Monat vor seinen Ferien das Kind abmelde, zahle den Monat vergünstigt. Auch schliesse die Krippe während der Sommerferien eine Stunde früher als üblich.

Geschlossene Familientreffs

Einen reduzierten Betrieb gibt es indes in der Kinderkrippe Löwenzahn nahe der Universität. In den letzten beiden Juliwochen sind hier Betriebsferien. «Einerseits um die Ferien der Mitarbeiter abzudecken und andererseits, um das Haus gründlich zu reinigen», sagt Leiterin Patricia Linder. Vermehrt richten Eltern von Kleinkindern ihre Ferien nach den Schulferien der älteren Geschwister. Dadurch gäbe es einen regelrechten Schub an Ferienabsenzen. Während Kindertagesstätten offen sind, haben Schülerhorte oder Familientreffs geschlossen. Das Eltern-Kind-Zentrum Gugelhuus ist eines davon. «In den Sommerferien gehen die Familien vermehrt nach draussen, womit unser Angebot kaum beansprucht wird», sagt Damian Conrad. Auch der ehrenamtliche Familientreff in St. Georgen hat seine Tore geschlossen, da zu viele Familien weg sind. In den Frühlingsferien gibt es hier aber Kinderwochen mit diversen Möglichkeiten. Für schulpflichtige Kinder gibt es indes schulergänzende Programme wie Ferienlager oder Freizeitkurse. Die Stadt bietet mit dem Sommerplausch jedes Jahr ein breites Angebot an. «Unser Programm richtet sich an Familien, die nicht die Möglichkeit haben zu verreisen», sagt Daniela Spörri, Leiterin des Sommerplauschs. Die Kurse seien daher nicht als Ferienbetreuung zu sehen, sondern als Ergänzung. «Kinder sollen so die Chance haben, Dinge kennenzulernen, die sie vorher nicht kannten.»

Sommerplausch nur Teillösung

Nadine Hoch vom kita-netz werk-ost.ch betont, dass Angebote wie der Sommerplausch keine Lösung zu Vereinbarkeitsfragen von Familie und Beruf liefern. «Viele der Kurse dauern nicht den ganzen Tag, fangen spät am Morgen an oder hören früh am Nachmittag auf.» Für arbeitende Eltern sei dies nur eine Teillösung. Schätzen können sich Familien, die auf die Betreuung von Verwandten zurückgreifen oder deren Kinder ein Ferienlager besuchen können. Vor allem für Neuzugezogene oder Familien, die keine Verwandten in ihrer Nähe haben, fallen aber Grosseltern als Betreuer weg. Berufstätige Eltern seien laut Hoch daher dringend darauf angewiesen, dass schulergänzende Betreuungsangebote auch während der Schulferien vorhanden sind. «Hier besteht grosser Handlungsbedarf.»