Elementare Dienstleistung

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Einspruch Scharfe Kritik zu den Aussagen Müllers übt Reto Stacher, Vorstand der Ostschweizer Sektion von Avenirsocial, der schweizerischen Interessensvertretung für Soziale Arbeit. «Das ist eine undifferenzierte und populistische Aussage von Thomas Müller auf eine komplexe Thematik, hinter der ich bereits den Wahlkampf vermute.» Einer Begrenzung der Stellen kann Stacher nicht viel abgewinnen. Gerade an der Sozialen Arbeit und im Bildungsbereich werde im Kanton oft viel gespart. Manchmal gebe es einen regelrechten Wettbewerb der sozialen Institutionen darum, wer mit den niedrigsten Ausgaben zurechtkommt. Dabei würde die Beratungsaufgabe in der Sozialhilfe grob vernachlässigt.

In puncto Professionalisierung widerspricht der ausgebildete Sozialarbeiter der Angst höherer Kosten durch Fachpersonal. Es brauche einiges mehr an Kompetenzen, als nur das Herz am rechten Fleck zu haben. «Ich bin überzeugt davon, dass durch eine Professionalisierung volkswirtschaftlich am meisten gespart werden kann», so Stacher. Alle in der Sozialen Arbeit Beschäftigten seien sich der Nutzung öffentlicher Gelder bewusst und arbeiteten im Spannungsfeld effizienter, kostengünstiger und erfolgversprechender Lösungen. Die Verbesserungen im Sozialwesen der letzten Jahrzehnte hätten dazu geführt, dass Kriminalitätsraten gesunken sind, eine Grundsicherung geschaffen wurde und sozialer Frieden bestehe. «Wir dürfen eines nicht vergessen», sagt Stacher. «Es geht um den Menschen. Die Soziale Sicherung ist eine elementare Dienstleistung, die uns allen nützt.» (vac)