Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Eintauchen in die Schlossgeschichte

Das Schloss Oberberg diente einst dem Schutz vor Feinden. Heute befinden sich darin ein Restaurant, eine Kapelle und ein Museum. Es finden neu regelmässig Schlossführungen statt.
Norbert Hälg (l.) erzählt von der Geschichte des Schlosses Oberberg. (Bild: Rafael Rohner)

Norbert Hälg (l.) erzählt von der Geschichte des Schlosses Oberberg. (Bild: Rafael Rohner)

Das Schloss Oberberg sei eigentlich gar kein Schloss, sondern eine Burg, sagte Norbert Hälg vom Förderverein Schloss Oberberg. Denn es habe nie ein König darin gewohnt. Mit diesen Worten begann Hälg am Sonntagmorgen die erste öffentliche Schloss-Führung. Über 50 Personen waren gekommen, um Näheres über das Schloss und die Geschichte Gossaus zu erfahren. Dreimal im Jahr sollen die Führungen künftig stattfinden.

Waldkircherin begnadigt

Norbert Hälg zeigte den vielen Interessierten die Schlosskapelle, den Gerichtssaal, das Schlossmuseum und die Folterkammer. Er erzählte Spannendes und Grausiges. Von Vagabunden beispielsweise, die im späten Mittelalter hart bestraft worden seien oder von Folterungen, mit denen Geständnisse von Verdächtigen erzwungen wurden. Aber auch von mild gestimmten Vögten wusste er zu berichten.

Abt Beda Angehrn zum Beispiel, habe sich einst extra von Jesuiten aus Feldkirch beraten lassen, ob er eine zum Tode verurteilte Waldkircherin begnadigen solle oder nicht. Die Feldkircher hätten ihm glücklicherweise geraten, die Frau am Leben zu lassen, sagte Hälg. «Die meisten Vögte waren nicht so grausam, wie man sich das heute häufig vorstellt.» Sie hätten zwar die Steuern eintreiben und dafür sorgen müssen, dass die Gesetze eingehalten werden. Aber sie hätten oft auch den Alten und den Waisen geholfen.

An den Pranger und bespuckt

Trotz der gemässigten Vögte: Wohl nicht nur die Kinder waren gespannt auf die Besichtigung der Folterkammer. Dort befindet sich unter anderm der Gossauer Pranger, der einst vor dem Restaurant Sonne mitten in Gossau gestanden haben soll. Verbrecher seien daran festgebunden worden und die Dorfjugend hätte sie bespuckt. «Eine Strafe gegen die Ehre», sagte Hälg. Im Boden der Folterkammer dann das «Angst-Loch».

Verbrecher mussten darin wohl schmoren, bis das Urteil gefällt war.

Im Museum, einen Stock tiefer, gibt es auf Info-Tafeln Interessantes über das Schloss zu lesen. (roh)

Die nächste öffentliche Führung ist am Sonntag, 16. Januar, 2011.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.