Einsprachen werden erwartet

WITTENBACH. Der geplante Tankstellenshop an der Wittenbacher Grünaustrasse erhitzt die Gemüter: Anwohner befürchten Szenenbildung und Mehrverkehr. Das Baugesuch liegt jetzt öffentlich auf.

Martina Kaiser
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Die Visiere stehen. Die geplante Tankstelle soll von der Grünaustrasse her erschlossen werden. (Bild: Benjamin Manser)

Die Visiere stehen. Die geplante Tankstelle soll von der Grünaustrasse her erschlossen werden. (Bild: Benjamin Manser)

Heute blicken die Bewohner des Gebietes Neuhus auf eine grüne Wiese. Das soll sich bald ändern. Coop plant, seinen Tankstellenshop von der Kronenkreuzung an die Ecke Romanshorner-/Grünaustrasse zu verlegen. Das passt den «Neuhüslern» gar nicht. Sie rechnen mit einem Mehrverkehr an der ihrer Meinung nach gefährlichen Strasse und mit einer Szenenbildung, die Lärm und Littering zur Folge hat (Tagblatt vom 19. Januar).

Jetzt liegt das Baugesuch öffentlich auf. Das Vorhaben ist stattlich. Nebst einer Tankstelle und einem 120 Quadratmeter grossen Shop sind sechs Mietwohnungen à dreieinhalb Zimmern vorgesehen. Das gesamte Gebäude wird viergeschossig und zwölf Meter hoch. Südlich, also zur Romanshornerstrasse hin, wird der Eingang für Kunden entstehen. Ebenfalls auf der Südseite wird die Tankstelle mit zehn Besucherparkplätzen erstellt. Die Einfahrt muss gemäss Überbauungsplan von der Grünaustrasse her erfolgen.

Sie führt an der Tankanlage vorbei, um den Shop herum zurück auf die Grünaustrasse. Hier werden rechts überdachte Parkplätze für die Mieter und links Besucherparkplätze realisiert. Daneben ein Spielplatz mit Wiese und Bäumen.

Lärmschutzwand für Anwohner

Für die Anwohner sollen besondere bauliche und organisatorische Massnahmen den Tankstellenbetrieb erträglich machen.

So wird eine 55 Meter lange und 1,80 Meter hohe Trenn- und Lärmschutzwand entlang der Wohnhäuser erstellt. Diese wird begrünt, «damit die Anwohner nicht eine graue Mauer vor der Nase haben», sagt Bauverwalter Walter Jordi. Um einer möglichen Szenenbildung entgegenzuwirken, wird ein Hausabwart eingestellt, der als Aufsichtsperson zum Rechten schauen soll.

Bei einer Vorprüfung des Projekts wurden «Auflagen gemacht, die zwei A4-Seiten füllen», sagt Walter Jordi. Das sei üblich. Geändert wurde beispielsweise die Durchfahrt. «Für Lastwagen wäre sie vor allem im westlichen Teil viel zu eng gewesen. Hier war ursprünglich auch die Warenannahme geplant, was unter diesen Umständen kaum möglich wäre», sagt Jordi. Die Strasse musste vergrössert, der Shop verkleinert werden.

Projekt erfüllt Anforderungen

Einsprachen von Anwohnern sind noch keine eingegangen. «Werden aber wahrscheinlich folgen», meint Walter Jordi. Trotzdem: Das Bauvorhaben ist zonenkonform, das Gebiet an der Ecke Romanshorner-/Grünaustrasse ist als Wohn- und Gewerbezone-Zone WG4 eingeteilt. Und das schon seit Jahrzehnten, betont der Bauverwalter. «Ausserdem erfüllt ein Gesuch, das wir von der Bauverwaltung öffentlich auflegen, alle gesetzlichen Anforderungen.»

Die Baupläne können bis 27. Mai im Gemeindehaus eingesehen werden. Alle, die in einem Umkreis von 30 Metern zum geplanten Tankstellenshop wohnen, und andere, die betroffen sind, können Einsprache erheben. Diese werden geprüft und bereinigt, danach geht das Bauvorhaben an den Kanton. Erst mit seiner Zustimmung kann eine Baubewilligung erteilt werden. Wann es so weit ist, kann Walter Jordi noch nicht sagen.