Einmal selber «zöslä»

Stichflammen und Brandgeruch: Im Heiligkreuz steigen am Samstag Rauchsäulen zum Himmel. Aber keine Sorge, das Espenmoos steht noch und vor der Migros Bach gibt es samstags weiterhin Bratwürste. Verantwortlich für den würzigen Geruch an der Espenmoosstrasse ist die Milizfeuerwehr Ost.

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Die brennende Fritteuse wird innert Sekunden gelöscht. (Bild: Corinne Riedener)

Die brennende Fritteuse wird innert Sekunden gelöscht. (Bild: Corinne Riedener)

Stichflammen und Brandgeruch: Im Heiligkreuz steigen am Samstag Rauchsäulen zum Himmel. Aber keine Sorge, das Espenmoos steht noch und vor der Migros Bach gibt es samstags weiterhin Bratwürste. Verantwortlich für den würzigen Geruch an der Espenmoosstrasse ist die Milizfeuerwehr Ost. Dieses Jahr öffnen die freiwilligen Helfer an ihrem Depot-Fest zum ersten Mal die Türen für die Bevölkerung. Gemeinsam mit dem Zug aus Untereggen demonstrieren sie am Samstagnachmittag ihr Können – und dürfen für einmal selber «zöslä».

Blindes Vertrauen

«Wir wollen uns den Steuerzahlern wieder einmal präsentieren und vielleicht sogar neue Mitglieder anwerben», sagt Michael Müller, Kommandant der Kompanie Ost. «Das können selbstverständlich auch <Mitgliederinnen> sein.» Die Kompanie habe mittlerweile nämlich eine Frauenquote von 15 Prozent, was vergleichsweise hoch sei. «Das Fest ist auch wichtig für die Kameradschaft», sagt der Kommandant. «Im Brandfall muss man sich blind vertrauen können, darum sind solche Anlässe wichtig.»

Wie so ein Notfall aussehen kann, zeigen die Feuerwehrleute rund um das Gelände: Meterhohe Stichflammen schiessen aus einer Fritteuse, zwei Feuerwehrleute mit Masken und in Vollmontur eilen herbei und bekämpfen den Brand. Das Ganze wird für die Zuschauer kommentiert. Einige Meter weiter winken und rufen einige Menschen vom obersten Stock eines Hauses. Später werden sie mit dem Hubretter geborgen. Unten wartet schon die Sanität, um die «Verletzten» zu übernehmen.

Was viele nicht wissen: Es gibt auch eine SBB-Feuerwehr. Ein Shuttle-Bus transportiert neugierige Zuschauer zum Bahnhof St. Fiden. Dort steht der Lösch- und Rettungszug auf Schienen – die «BM44» mit Rettungs-, Material-, und Tanklöschwagen. Acht Millionen Franken kostet ein solcher «Zug», bis zu 44 000 Liter Wasser kann er fassen.

Wasser- statt Feuerwehr

An diesem Samstag regnet es nahezu durchgehend. Die Frage, ob man in unseren Breitengraden denn nicht häufiger mit dem Wasser als mit dem Feuer zu kämpfen hat, ist also berechtigt. «Über das ganze Jahr gesehen haben wir eher mehr Brandmeldungen», sagt Kommandant Müller. «In diesem Jahr haben wir aber schon sehr viele Keller ausgepumpt.» Die Wasserrohrbrüche in der Lachen und am Unteren Graben bei St. Mangen dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Corinne Riedener