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Einmal im Bürli, einmal mit Senf

Eine Wurst-Revolution ist es zwar nicht. Aber gerade in der Gallusstadt, wo Zubereitung und Verzehr einer Bratwurst fast schon an Vorschriften gebunden sind, mutet die Idee kühn an: Die Wurst als eine Art Hot Dog essen.
David Gadze

Eine Wurst-Revolution ist es zwar nicht. Aber gerade in der Gallusstadt, wo Zubereitung und Verzehr einer Bratwurst fast schon an Vorschriften gebunden sind, mutet die Idee kühn an: Die Wurst als eine Art Hot Dog essen. Vor dem Europa-League-Spiel gegen Swansea stellte das Café Gschwend nämlich ein neues Bürli – oder eher Brötli – her: länglich, gebogen und mit einer Öffnung in der Mitte. Die Idee entstand aus der simplen Tatsache heraus, dass vielen Fussballfans eine Hand fehlt. Eine zusätzliche Hand. Denn will man zu Bratwurst und Bürli ein Bier trinken, ist man schnell am Jonglieren.

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Die Wurst sorgte anschliessend auch im Stadion für Diskussionen. Oder vielmehr ein in der Fankurve verteilter Flyer mit dem rätselhaften Text «Im neue Johr isst mer au z'Sangallä d'Brodwurscht mit Senf», was erstmals Ende Januar im Fanlokal an der Lämmlisbrunnenstrasse möglich sein soll.

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Der Verdacht liegt nahe, dass das etwas mit den ersten beiden Heimspielen in der Rückrunde gegen den FC Zürich und die Grasshoppers im Februar zu tun hat. Wollen sich die St. Galler Fans etwa mit Fussballanhängern aus Zürich (FCZ) und dem Aargau (GC und Aarau, wo der FC St. Gallen zum Auftakt der Rückrunde gastiert) verbrüdern? Wohl kaum. Zu sehr hofft man jeweils auf Züri-Gschnätzlets auf dem Rasen, wenn die beiden Mannschaften aus der Limmatstadt in der AFG Arena gastieren. Zu sehr freut man sich, wenn die Rüeblitschutter in Grund und Boden gespielt werden wie beim 4:0 im Cup. Oder wollen die Fans damit bloss sagen, dass sie in der Rückrunde ihren Senf dazugeben?

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Doch zurück zum Hot Dog à la St. Gallen. Ganz ausgereift sei die Idee mit dem Bürli noch nicht, meinte der Grilleur. Das Loch sei nämlich für die Wurst ein bisschen zu eng. Diese lasse sich nur mit Mühe hineinpressen.

Ohnehin müsste das Produkt an die Jahreszeit angepasst werden. Denn steckt die Wurst erstmal im Bürli, kann man im Winter seine Hände nicht mehr an ihr wärmen. In der kalten Jahreszeit wäre also ein Bürli mit einer Öffnung für den Bierbecher wohl praktischer. Damit würden sich bestimmt auch die Zürcher und Aargauer Fans anfreunden: Sie könnten den Hohlraum mit Senf füllen, um die Wurst darin zu tunken.

Der Bratwurst-Hot-Dog schmeckt besser ohne den angekündigten Senf. (Bilder: David Gadze)

Der Bratwurst-Hot-Dog schmeckt besser ohne den angekündigten Senf. (Bilder: David Gadze)

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