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EINIGUNG: Stadt kommt endlich ihrer Pflicht nach

Einsprachen verzögerten die Entwicklung des Areals Altenwegen Ost über Jahre. Grund war der geplante Verlauf des Geissbergbachs. Nun präsentiert die Stadt eine Lösung, die für alle Beteiligten stimmt. Sie weicht aber drastisch vom ersten Vorschlag ab.
Elisabeth Reisp
Bild: Quelle: stepmap/Karte: sbu

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Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp

@tagblatt.ch

Nun soll das letzte grosse Industriegebiet Altenwegen Ost also doch erschlossen werden können. Nach jahrelangen Verhandlungen haben die Akteure eine Lösung gefunden, mit der bis jetzt alle zufrieden sind. Auslöser für die Verzögerung war die obligatorische Bachöffnung des bis anhin unterirdisch verlaufenden Geissbergbachs.

Am Industriegebiet Altenwegen Ost (in der Grafik rot) sind die Politische Gemeinde St. Gallen und die Max Pfister Baubüro AG als Liegenschaftenbesitzer beteiligt. Zwei der drei Grundstücke zwischen Altenwegenstrasse, Geissberg-strasse und Autobahn gehören der Stadt, eines der Max Pfister Baubüro AG. Um das Areal dereinst bebauen zu können, muss der unterirdisch verlaufende Bach wieder offengelegt werden.

Bisher fliesst er unter der Autobahn durch, dann unterirdisch weiter in nordöstlicher Richtung. Diese Röhren vermögen jetzt gerade noch knapp die Wassermenge aufzunehmen, die der Geissbergbach mit sich führt. Offenbar hat das Bundesamt für Strassen damals die ­Leitungen unter seiner Autobahn zu knapp berechnet. Mit der Überbauung des Areals und der damit einhergehenden schwindenden Versickerungsfläche wird die Wassermenge im Gebiet deutlich zunehmen. Die bisherigen Röhren müssten durch dreimal grössere Rohre ersetzt werden. Im April 2014 hat das Stadtparlament daher eine oberirdische Gewässerumleitung über die landwirtschaftlich genutzte Parzelle gutgeheissen (Variante A).

Bauer wehrt sich gegen Reduktion seines Landes

Gegen dieses Projekt sind aber mehrere Einsprachen eingegangen. Insbesondere der betroffene Landwirt hat sich vehement dagegen gewehrt. Die Fläche seines landwirtschaftlich nutzbaren Landes hätte sich dadurch um zehn Prozent verringert. Wenig verwunderlich, wollte dem Bauern dieser Vorschlag nicht passen. Insbesondere auch deswegen nicht, weil der Geissbergbach nicht unter seinem Grundstück durchfliesst, sondern unter jenen Grundstücken der Stadt und der Max Pfister Baubüro AG. Er ist also gar nicht für diesen Bach verantwortlich. Der erste Vorschlag (Variante A) wurde daher vom Bauern am Billenberg erfolgreich abgewehrt.

Der Stadtrat hatte die Baudirektion daher beauftragt, eine alternative Linienführung des Gewässers zu erarbeiten. «In der Folge hat die Stadt zusammen mit der Max Pfister Baubüro AG und sämtlichen Einsprechenden eine einvernehmliche Lösung gefunden», sagt Matthias Fuchs. Und: «Die vorliegende Lösung wird nicht teurer als die ursprüngliche sein, da das Wasser auf kürzestem Weg in die Sitter geleitet wird.»

Der aktuelle Vorschlag (Variante B) sieht vor, den Bach über das Gelände bis zur Autobahn in einem leicht veränderten Verlauf offenzulegen, so dass die spätere Bebauung nicht eingeschränkt wird. An jener Stelle, wo der Bach an die Autobahn stösst, soll er in einer 180-Grad-Wende unterirdisch gegen Osten direkt in die Sitter geführt werden. Die Grundstücke, durch die der Tunnel gebohrt wird, gehören der Max Pfister Bau AG. Der Kanal wird 20 Meter tief unter der Erde verlaufen. Dass ihm diese Röhre dereinst noch Sorgen machen könnte, bereitet Inhaber Andreas Pfister heute noch kein Kopfzerbrechen. «Die Röhre wird extra nahe der Grundstücksgrenze verlaufen», sagt er. Und sie sei so tief, dass sie allfällige Projekte nicht beeinträchtigen sollte. Jenes Grundstück sei zudem noch nicht einmal eingezont.

Ursprünglicher Bachverlauf kann nicht hergestellt werden

Mit der Bachoffenlegung kommt die Stadt endlich ihrer Pflicht nach: Unter­irdische Bäche müssen von Gesetzes ­wegen mittlerweile offengelegt werden. Aufgrund des Bauprojekts der letzten dreissig Jahre ist eine Offenlegung seines natürlichen Verlaufs aber nicht mehr möglich.

Die nächste Hürde für das Projekt ist das Stadtparlament. Sollte es sich mit der geplanten unterirdischen Bachführung nicht einverstanden zeigen, würde das Projekt wieder um Jahre zurückgeworfen werden.

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