Einfluss üben auf die Parlamentarier

Nein zu Platz für Fahrende Ausgabe vom 25. August 2015 Vorurteile nur schwer abbaubar Ausgabe vom 26. August 2015

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Was mich überrascht hat während der Zeit, als ich im Parlament sass, war die Tatsache, dass ich kaum je von Wählerinnen und Wählern zu einem Parlamentsgeschäft kontaktiert wurde. Wir haben in Gossau keine Bürgerversammlung, aber durchaus die Möglichkeit, über die Parlamentarierinnen und Parlamentarier Anliegen vorzubringen. Die entsprechenden E-Mail-Adressen findet man einfach auf der Homepage der Stadt Gossau.

Das Geschäft «Durchgangsplatz für Fahrende» wäre die Gelegenheit, sich direkt einzumischen. Ich hoffe, dass diesmal einige Parlamentarier sich von ihrer Ethik leiten lassen und sich nicht der Fraktionsmehrheit unterordnen.

Die Argumente der vorberatenden Kommission VBK sind nicht überzeugend und widersprechen der Beurteilung von Fachleuten und Betroffenen. Hinter dieser Argumentation verbirgt sich offensichtlich Angst und die Ablehnung einer Minderheit, der Schweizer Jenischen, die anders leben möchten als die Normalbürger.

Am meisten ärgert mich das Argument des Industrielandverlustes. Ich vermute, da sind genau wieder jene Kreise aktiv, die damals gegen die Industriezone Moosburg waren und fadenscheinig für Sommerau kämpften. Wären die Wähler damals nicht jenen Bauernfängern auf den Leim gegangen, hätten wir jetzt in der Moosburg Industrie- und Gewerbeboden und die Stadt Gossau könnte ihn denjenigen Betrieben verkaufen, die der Gemeinschaft grösstmöglichen Nutzen stifteten.

Morgen Dienstag wird das Parlament über den Durchgangsplatz abstimmen. Die Zeit ist knapp, aber noch ausreichend, um Einfluss auf die Parlamentarier auszuüben – nutzen Sie sie!

Norbert Hälg Im Park 11

9200 Gossau