Einer schöner als der andere

Mit viel handwerklichem Geschick verarbeitet Therese Hächler verschiedene Stoffe zu kostbaren Wandteppichen. Zwanzig Exemplare sind bis 21. Oktober auf Schloss Dottenwil zu bewundern.

Gisela Tobler
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Diesen Wandteppich hat Therese Hächler zuletzt angefertigt. (Bild: Gisela Tobler)

Diesen Wandteppich hat Therese Hächler zuletzt angefertigt. (Bild: Gisela Tobler)

WITTENBACH. Sie leuchten in sämtlichen Farbkombinationen, und einer ist schöner als der andere. Die Muster variieren von verspielter Exotik bis zu strenger Geometrie, von asiatisch anmutenden Tempelchen und Türmchen bis zu Blümchen und Tierchen aller Art. Die filigrane Vielfältigkeit, wie Therese Hächler die Stoffe kombiniert und zu einem beeindruckenden Ganzen verarbeitet, zeugt von unerschöpflicher Phantasie, und ihre Wandteppiche verwandeln die kahlen Kellerräume des Schlosses Dottenwil in eine Märchenlandschaft.

Keine Arbeit

«Das gibt aber viel Arbeit», meint eine beeindruckte Besucherin beim Betrachten der zwei Meter hohen Kunstwerke, die zum grossen Teil von Hand gequiltet sind. Therese Hächler lacht: «Diesen Satz höre ich dauernd.» Nein, sie selber empfindet es nicht so. «Wenn man etwas gerne macht, dann ist es doch keine Arbeit.» Mit der Nähmaschine habe sie wohl schon die Erde mehr als einmal überrundet, sinniert die Künstlerin, «aber gerade das Quilten von Hand hat ja auch etwas Meditatives».

Gebürtige Stadtbernerin

Woher nimmt sie bloss die Zeit? Nun ja, sagt sie, sie habe halt keinen Computer. Und auch kein Handy.

Therese Hächler ist gebürtige Stadtbernerin, lebt aber seit 28 Jahren in Trogen; zusammen mit ihrem Lebenspartner Ficht Tanner, dem bekannten Musiker und Handsticker.

Kleider mit viel Phantasie

Sie selber stammt zwar nicht aus einem künstlerischen Elternhaus, «aber ich hatte eine überaus kreative Grossmutter, die mir und meiner Schwester mit ihren Erzählungen und Ideen eine besondere Welt eröffnet hat».

Neben den Wandteppichen, die sich auch als Bettüberwurf eignen, schneidert Therese Hächler auch Kleidung, ohne Schnittmuster, dafür mit viel Phantasie. Die Teppiche und Tücher seien für den Alltag gedacht, zur Freude, um damit zu leben und neue Geschichten zu spinnen.

Farbenfrohe Kleinigkeiten

Und in einer Glasvitrine hat sie allerlei farbenfrohe Kleinigkeiten wie Mützen, Deckchen, Täschchen, Schmuck und Dekorationen ausgestellt, «die ich nebenbei noch so herstelle».

Die Ausstellung in der Kellergalerie des Schlosses Dottenwil dauert noch bis am 21. Oktober. Geöffnet ist sie jeweils am Samstag, von 14 bis 20 Uhr, und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

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