Einer der trübsten März-Monate seit 1864

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Auch wenn das Wetter im März meist trüb und kühl war, schmolz das Eis vom Februar. (Bild: Rudolf Hirtl)

Auch wenn das Wetter im März meist trüb und kühl war, schmolz das Eis vom Februar. (Bild: Rudolf Hirtl)

Wetterrückblick Der März begann winterlich. Am ersten Tag war die Region Rorschach in eine Neuschneedecke gehüllt. Mit dem Märzbeginn endete auch die grosse Kälte der letzten Februartage, sodass auch die Eisskulpturen am Rorschacher Seeufer langsam auftauten. Bis zum 3. März fiel immer wieder Schnee. Ein Tag später wurde das trübe Wetter von einem kurzen Zwischenhoch mit viel Sonnenschein unterbrochen.

Bereits am 5. März war das Wetter wieder trüb für die nächsten Tage. Am 8. März zeigte sich schliesslich die Sonne. Danach folgten abermals trübes und regnerisches Wetter. Am 14. März sorgte ein weiteres Zwischenhoch für einige Sonnenstunden in der Region. Danach war der Himmel wieder mehrheitlich wolkenverhangen bis am 21. März. Insgesamt wurde das Wetter der ersten drei Märzwochen am Bodensee durch vorüberziehende Tiefdruckgebiete bestimmt. Danach wurde es langsam besser. Allerdings zeigte sich trotz zunehmendem Hochdruck ab dem 23. März erst der 24. März wieder verbreitet und der 25. März noch teilweise sonnig. Ab dem 26. März brachte wechselhafte Witterung viele Wolken und am See häufige Schauer. Der letzte Tag war wieder trüb mit teilweise leichtem Regen. So klang der Monat kühl und unfreundlich aus und der Frühling liess weiter auf sich warten.

Märztemperatur war auch am See zu kalt

Nach Angaben von Meteo Schweiz wurde ohne wärmende Frühlingssonne ein landesweites Temperaturmittel der Märztemperatur von 0,8 bis 1,1 Grad unter der Norm 1981–2010 verzeichnet. Auf der Alpensüdseite geht sogar einer der kühlsten Märzmonate der vergangenen 30 Jahre zu Ende. Vor einem Jahr erlebte die Schweiz hingegen den zweitwärmsten März seit Messbeginn 1864. Die landesweite Temperatur lag damals 3,3 Grad über der Norm. Sie war also rund 4 Grad höher als im diesjährigen März. In der Region Rorschach betrug die durchschnittliche Märztemperatur 4,1 Grad und war damit 0,9 Grad zu kalt. Obwohl der März als ungewöhnlich kühl empfunden wurde, zeigt die Statistik, dass bis Ende der 1980er Jahre diese Temperatur als Normalwert für den März entsprach. Der Temperatursprung am Ende der 1980er Jahre ist ein bekanntes Phänomen, in allen Regionen der Schweiz. Die heutzutage mehrheitlich auftretenden milden Märzmonate sind somit Teil der Klimaänderung.

Sonnenstunden waren Mangelware

Auch wenn der Wetterverlauf des März häufig von Tiefdrucklagen bestimmt wurde, fielen in den meisten Gebieten der Schweiz unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Regional gab es sogar weniger als 50 Prozent der Norm. Nur auf der Alpensüdseite und in der Westschweiz stiegen die Mengen verbreitet auf über 100 Prozent des langjährigen Mittels. In der Region Bodensee betrug die Niederschlagsmenge 53 Liter pro Quadratmeter, was 83 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Es war einer der trübsten März-Monate seit Messbeginn. So waren die Sonnenstunden Mangelware und lagen dementsprechend deutlich unter dem langjährigen Mittel. In der Region Rorschach wurde eine Sonnenscheindauer von rund 109 Stunden registriert, was lediglich 78 Prozent des Durchschnitts entspricht. (awa/woo)