Eine Wahl mit Auswahl für den Stadtrat – nutzen wir sie

Die lokalen Medien haben in den vergangenen Wochen bemängelt, der Wahlkampf um die Stadtratssitze sei schwunglos. Dabei propagierten sie ein krudes Kontinuitätsbewusstsein und implizierten bereits, dass es keine Veränderungen im Personal des Stadtrates geben werde.

Barbara Ramel Stauffacherstrasse 8, 9000 St. Gallen.
Merken
Drucken
Teilen

Die lokalen Medien haben in den vergangenen Wochen bemängelt, der Wahlkampf um die Stadtratssitze sei schwunglos. Dabei propagierten sie ein krudes Kontinuitätsbewusstsein und implizierten bereits, dass es keine Veränderungen im Personal des Stadtrates geben werde. Zu Unrecht, ergeben sich doch durch die Auswahlmöglichkeit der zur Verfügung stehenden Kandidaten und ihren Anliegen gedankliche Auseinandersetzungen in der Abstimmungsgesellschaft.

Mögliche Veränderungen auf dem Stadtgebiet abzuwägen und wenn nötig diese mit dem Stimmverhalten auszudrücken, soll das Ziel eines Wahlwettbewerbs sein. Der Wunsch könnte sich an der Urne äussern, dass Menschen mit bestimmten Voraussetzungen auch entsprechend ihren Kenntnissen Direktionen leiten und nicht parteipolitische Machtdemonstrationen darüber entscheiden, wer welche prestigeträchtigen Ressorts führen soll. Ein Stadtrat darf nicht statisch bleiben, und ein Ämtertausch muss möglich sein. Neumitglieder sind keine Gefahr von aussen, denn sie tragen einfallsreiche Anregungen, verbunden mit enormer Motivation, in ein Gremium, das wiederum reflektieren muss und später Beständigkeit, aber keine Starrheit vorleben darf.

«Pappa ante portas»: Wird dieses geflügelte Wort nicht als Bedrohung oder Komödie verstanden, sondern in seiner Bedeutung als hoffnungsvolle Veränderung oder wohlüberlegte Konfliktlösung begriffen, so öffnen wir doch Maria Pappa die Stadttore, nicht um Diskontinuität zu fördern, sondern um neue Impulse und konkrete Lösungsansätze zu ermöglichen.