Eine Stimme für Wittenbach

Als erste kleinere Gemeinde der Region professionalisiert Wittenbach die Kommunikation. Gestern hatte Isabel Niedermann ihren ersten Arbeitstag. Die St. Gallerin bringt einen reichen Erfahrungsschatz mit.

Noemi Heule
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Künftig will die Gemeinde mehr kommunizieren. (Bild: Ralph Ribi)

Künftig will die Gemeinde mehr kommunizieren. (Bild: Ralph Ribi)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Die Verständigung war in der Vergangenheit keine Stärke des Wittenbacher Gemeinderates. Im Gegenteil, dem Gemeindepräsidenten und seinem Gremium wurde immer wieder vorgeworfen, den Dialog mit den Bürgern zu umgehen. Isabel Niedermann soll’s nun richten und als neue Kommunikationsbeauftragte zwischen Rat und Bürgern vermitteln. Die 36-Jährige hatte gestern ihren ersten Arbeitstag.

«Informationen zu vermitteln fasziniert mich seit jeher», sagt sie. Diese weiterzugeben und für verschiedene Zielgruppen aufzubereiten, ziehe sich durch ihren Lebenslauf. In der Tat bringt Isabel Niedermann viel Erfahrung mit: Die gelernte Primarlehrerin stieg nach der Ausbildung bei Radio Aktuell, dem heutigen FM1, als Redaktorin und Moderatorin ein.

Später studierte sie an der Fachhochschule Betriebsökonomie, wechselte zuerst zu einer Werbefirma und dann ins Marketing von Appenzellerland Tourismus. Vor rund fünf Jahren nahm sie eine Stelle beim Jugendsekretariat St. Gallen an. Nach einer Auszeit von eineinhalb Jahren sucht sie nun in Wittenbach eine neue Herausforderung.

Verständnis schaffen für Amtshandlungen

Mit ihrer 60-Prozent-Anstellung ist Wittenbach die erste kleinere Gemeinde in der Region, die ihre Kommunikation professionalisiert. «Der Gemeinderat hat noch nie so viel kommuniziert wie heute», begründet Gemeindepräsident Fredi Widmer den Entscheid. Dennoch fielen die Informationen oft nüchtern und technisch aus. Den Bürgern fehle das Verständnis für Hintergründe und Konsequenzen einer Amtshandlung. Mit der neugeschaffenen Stelle sollen Rat und Bürger näher zusammenrücken, indem der Informationsfluss verstärkt wird. «Wir wollen aktiver und vertiefter kommunizieren», sagt Widmer. Er betont: Kommunikation bleibe eine zentrale Aufgabe der Mandatsträger und Führungskräfte der Verwaltung.

Nicht nur Kommunikation gehört zum Arbeitsprofil von Isabel Niedermann. Ihre Aufgabenpallette ist vielseitig: Sie berichtet über Gemeinderatsgeschäfte, überarbeitet Geschäftsbericht und Broschüren, betreut die Homepage, kommuniziert über soziale Medien oder Medimitteilungen und organisiert Gemeindeanlässe. Zusätzlich übernimmt sie operative Aufgaben aus den Bereichen Jugend, Familien, Vereine, Gesundheit und Kultur, wie es im Gemeindeblatt «Puls» heisst.

Viele dieser Aufgaben wurden früher von Gemeinderätin Marlies Lorenz ausgeführt. Ihr ehrenamtliches Engagement konnte nach ihrem Rücktritt niemand im selben Umfang übernehmen, weshalb die Verwaltung unter anderem mit der Stelle von Niedermann aufgestockt wird.

30 Mitbewerber ­ausgestochen

Auf die Ausschreibung im Herbst meldeten sich über 30 Bewerber. Auch intern in der Verwaltung wurde nach einer Besetzung gesucht. Schliesslich ist die Wahl mit Niedermann auf eine externe Bewerberin gefallen. «Sie bringt Erfahrungen aus dem Medien- und sozialen Bereich mit», sagt Widmer. Auch Niedermann reizt die Vielfalt ihrer neuen Aufgabe an der Schnittstelle zwischen Kommunikation und Gesellschaft. «Ich bin ein vielseitiger Mensch», sagt sie. Sie freue sich, diese Eigenschaft beruflich auszuleben und überdies mit Menschen in Kontakt zu treten. Nun gelte es, sich mit ihren neuen Aufgaben vertraut zu machen und sich auch im Team zu finden.