Eine Stiftung wird's richten

WALDKIRCH. Das Alters- und Pflegeheim Wiborada wird in Zukunft von einer Stiftung geführt. Am Wochenende sagten die Stimmberechtigten Ja zu der vom Gemeinderat vorgeschlagenen Lösung.

Marianne Bargagna
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Das Alters- und Pflegeheim Wiborada mit Bettenprovisorium. Eine Stiftung wird einen Neubau realisieren. (Bild: pd.)

Das Alters- und Pflegeheim Wiborada mit Bettenprovisorium. Eine Stiftung wird einen Neubau realisieren. (Bild: pd.)

Ein vorläufig letztes Kapitel in der langen Geschichte des gemeindeeigenen Alters- und Pflegeheims Wiborada in Bernhardzell wurde an der Urne geschrieben. 1307 oder 56,9 Prozent der Stimmberechtigten gingen an die Urne. 649 sagten Ja zu einer Stiftung als neue Trägerin des Alters- und Pflegeheims Wiborada und gewährten dieser gleichzeitig ein zinsloses, rückzahlbares Darlehen von maximal 6,76 Millionen Franken für einen knapp 17-Millionen-Neubau. 560 Waldkircher und Bernhardzeller lehnten diesen Vorschlag ab.

«Jetzt geht es vorwärts»

Für den Gemeindepräsidenten Franz Müller ist das ein klares Resultat zugunsten der Stiftung und eines Neubaus. Er ist zufrieden. Die vielen Nein-Stimmen seien wohl darauf zurückzuführen, dass das «Wiborada» in Zukunft von einer Stiftung geführt werde, einer Organisation, die in der Gemeinde noch nicht so bekannt sei. Der Stiftung wird es obliegen, ein neues Alters- und Pflegeheim zu planen und zu bauen.

Im Vorfeld der Abstimmung hatte die FDP Waldkirch-Bernhardzell verlauten lassen, dass für sie «eine Stiftung die richtige Rechtsform» sei. Nicht erstaunlich also, dass FDP-Präsident Konrad Mändli erleichtert ist über den Ausgang der Abstimmung. «Aber», so fügt er an, «es ist kein vornehmes Resultat für ein Vorhaben, das breit abgestützt sein muss in der Bevölkerung.» Der Ball liege nun beim Stiftungsrat. Dieser müsse seriös arbeiten und das Vertrauen der Bevölkerung erarbeiten.

Die Ja-Parole hatte auch die IG Bernhardzell beschlossen. Deren Präsident, Rico Lehmann, sagt nach dem Abstimmungswochenende: «Jetzt geht es sicher vorwärts, und das ist schon einmal positiv.» Für ihn sind die vielen Nein-Stimmen auch Ausdruck für eine gewisse Unsicherheit in der Bevölkerung. Aber: «Wir müssen jetzt in die Zukunft schauen.»

Bedauern

Als einzige Partei hatte die SVP Waldkirch-Bernhardzell die Nein-Parole beschlossen.

SVP-Vizepräsident Paul Scheiwiller sagt mit Blick auf das Resultat: «Ich habe ein noch knapperes Resultat erwartet.» Nun habe der Bürger aber Ja gesagt zu einer ausgelagerten Lösung, in die er offensichtlich mehr Vertrauen habe als in den Gemeinderat. Jetzt hätten die Waldkircher und Bernhardzeller nichts mehr zu sagen zum «Wiborada», «was wir bedauern». Und dann fügt er noch an: «Nun hoffen wir, dass alles gut rauskommt.»

Die CVP hatte Stimmfreigabe beschlossen. Deren Präsidentin, Vreni Breitenmoser, war am Wochenende für eine erste Stellungnahme nicht erreichbar.

Bezugsbereit im 2014?

Bis im kommenden März sollen nach Auskunft des Gemeindepräsidenten Franz Müller die Stiftung gegründet und die Stiftungsräte gewählt sein. Parteien und weitere Personen könnten nun dem Gemeinderat geeignete Personen vorschlagen.

Während der Planungs- und Bauphase sind für den Stiftungsrat sieben Mitglieder vorgesehen, danach soll er aus fünf Mitgliedern bestehen. Bei einem optimalen Verlauf der Planungs- und Bauarbeiten könnte das neue Alters- und Pflegeheim Wiborada 2014 bezugsbereit sein.

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