Eine Stadt, aber ohne Parlament

Ab nächstem Jahr wird sich Buchs nicht mehr Gemeinde, sondern Stadt nennen. Die Namensänderung soll so ressourcenschonend wie möglich erfolgen. An der Bürgerversammlung will Buchs aber weiterhin festhalten.

Heini Schwendener
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23 Jahre, nachdem Buchs erstmals über 10 000 Einwohner zählte, wird das Buchser Rathaus ab Januar 2015 Sitz der Stadtverwaltung. (Bild: Heini Schwendener)

23 Jahre, nachdem Buchs erstmals über 10 000 Einwohner zählte, wird das Buchser Rathaus ab Januar 2015 Sitz der Stadtverwaltung. (Bild: Heini Schwendener)

BUCHS. Man muss weit zurückblättern, bis man fündig wird. Den Treffer landet man schliesslich im Werdenberger Jahrbuch 1993. In der Jahreschronik heisst es beim Eintrag vom 17. Januar 1992: «Aus dem Dorf Buchs wird statistisch eine Stadt: Sonja Rizzi nimmt Wohnsitz in der Gemeinde und wird als 10 000. Einwohnerin registriert. Buchs wird sich aber weiterhin als Gemeinde und nicht als Stadt bezeichnen.»

Neuerung auf 1. Januar 2015

Damit ist nun aber bald Schluss. Denn ab dem 1. Januar 2015 wird sich Buchs als Stadt bezeichnen. Die Ostschweiz am Sonntag berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe. Zu den Gründen, die zu diesem Beschluss geführt haben, sagt Gemeindepräsident Daniel Gut: Buchs ist mit seinen knapp 12 000 Einwohnern die sechstgrösste Kommune im Kanton. Besonders in jüngster Vergangenheit wurde das Zentrum durch grosse Investitionen und bauliche Veränderungen immer städtischer geprägt. Buchs ist zudem anerkanntes Zentrum der Region Sarganserland-Werdenberg. Deren Präsident Rudolf Lippuner, Grabs, begrüsst im neuen «Buchs aktuell» ausdrücklich, dass sich Buchs fortan als Stadt bezeichnen wird.

Selbstbewusstes Signal senden

Buchs wird aber auch in der weiteren Umgebung längst als städtisches Zentrum wahrgenommen. So ist die Gemeinde in den Raumkonzepten von Bund und Kanton als Regionalzentrum aufgeführt. Das heisst, Buchs erbringt verschiedene Zentrumsleistungen für die Region. So beispielsweise in den Bereichen Bildung, öffentlicher Verkehr und Förderung des kulturellen Angebots. Ein Bekenntnis zur Stadt lag somit gemäss Gemeinderat in der Luft. Klarheit gab schliesslich auch die Verabschiedung des Strategiepapiers «Stadt Buchs», an dem nebst dem Gemeinderat auch die Ortsgemeinde, Wirtschaft Buchs und Buchs Marketing mitgearbeitet haben. Mit der Bezeichnung Stadt wird auch ein selbstbewusstes Signal nach aussen gesetzt, das die Zentrumsfunktion im Rheintal zusätzlich zum Ausdruck bringt. «Der Gemeinderat ist entschlossen, diese Zentrumsfunktion weiterhin verantwortungsvoll und mit Respekt vor unseren Nachbarn auszuüben – zugunsten einer starken und prosperierenden Gesamtregion», lässt der Gemeinderat verlauten. Klar ist für den Gemeinderat auch: «Auf ein Parlament wird bewusst verzichtet. Wir bleiben eine Gemeinde mit Bürgerversammlung.»

Die Umbenennung soll ressourcenschonend vollzogen werden. Die Kosten für die Anpassungen von Beschriftungen werden auf etwa 30 000 Franken beziffert. In den meisten Fällen passiere die Namensänderung erst dann, wenn ohnehin Ersatz notwendig sei. Die Mitarbeiter des Werkhofs brauchten nächstens sowieso neue «Gwändli», so der Gemeindepräsident. «Sie werden die ersten sein, welche die Bezeichnung <Stadt Buchs> hinaustragen.»

Bleibt eine Politische Gemeinde

Buchs mag sich zwar ab 2015 als Stadt bezeichnen, im Sinne der Kantonsverfassung wird es aber nach wie vor eine Politische Gemeinde sein. Neue Begriffe wie Stadtrat, Stadtpräsident oder Stadtverwaltung werden in der Gemeindeordnung und in den Reglementen bei sich bietender Gelegenheit angepasst. Gut betont jedoch: «Wir bleiben eine Gemeinde, wo man sich kennt und grüsst, auch wenn wir uns Stadt nennen.»

Daniel Gut Gemeindepräsident Buchs (Bild: pd)

Daniel Gut Gemeindepräsident Buchs (Bild: pd)

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