Eine Schokolade mit Gruss

Mit der Weihnachtsaktion «mitenand» sollen hilfsbedürftige Menschen, die hier leben, unterstützt werden. Die Wittenbacherin Carole Bösch hat die Aktion lanciert, die heute startet.

Perrine Woodtli
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Carole Bösch «Mitenand»-Initiantin (Bild: pd)

Carole Bösch «Mitenand»-Initiantin (Bild: pd)

WITTENBACH. Carole Bösch hat eine Wohnung, kauft zweimal in der Woche ein und gibt wöchentlich eine Fünfzigernote für Zigaretten aus. «Ich bin nicht reich, lebe aber ein Luxusleben», sagt die Wittenbacherin in einem Video, das sie auf Facebook gepostet hat. Weil es anderen nicht so gut geht, hat Carole Bösch die Weihnachtsaktion «mitenand» lanciert. Heute startet die einmonatige Aktion, mit der drei Institutionen in Wittenbach, St. Gallen und Oberbüren unterstützt werden sollen.

In der Region helfen

Carole Bösch hat schon Spendenaktionen für den Wittenbacher K-Treff organisiert oder unterstützt. Dieses Jahr dachte sich die Hausfrau, dass sie die Weihnachtsaktion ausweiten könnte. Nebst dem K-Treff soll die Aktion auch dem Solidaritätshaus in St. Gallen und dem Thurhof in Oberbüren zugute kommen. Den K-Treff, der Armutsbetroffene in der Gemeinde unterstützt, hat Carole Bösch ausgewählt, weil sie Wittenbacherin ist und einige Leute vom K-Treff persönlich kennt. Das Solidaritätshaus ermöglicht als offenes Haus Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. «Ich finde es wichtig, dass es einen solchen Begegnungsort gibt. Deshalb soll auch das Solidaritätshaus unterstützt werden», sagt Carole Bösch. Als dritte Institution profitiert der Thurhof in Oberbüren von der Aktion. Der Thurhof beherbergt und begleitet zurzeit gegen 100 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge.

Mit der Aktion «mitenand» soll laut Carole Bösch hilfsbedürftigen Menschen, die hier leben, ein Zeichen der Solidarität gesendet werden. «Und es heisst <mitenand>, weil das alles nur mit vielen Leuten möglich ist. Die Idee alleine bringt noch nichts», sagt sie.

Schokolade und eine Botschaft

Wer spenden möchte, muss folgendes tun: Eine 20-Franken-Geschenkkarte und eine Schokoladentafel im Coop oder in der Migros kaufen. Die Spender sollen dann einen netten Gruss auf ein Stück Papier schreiben und diesen mit dem Geld-Gutschein auf die Schokolade kleben. Danach können die Tafeln in einem Couvert entweder an den K-Treff, ans Solidaritätshaus oder an den Thurhof geschickt werden. «Die Leute sollen etwas Süsses erhalten. Und der Gruss macht die Spende persönlicher. Das können ein Wunsch oder ein paar liebe Worte sein», sagt Carole Bösch.

Am 9. Dezember endet die Aktion «mitenand». Wie viele Tafeln eintreffen werden, kann Carole Bösch nicht sagen. «Nur weil über 4000 Leute das Video gesehen haben, heisst das nicht, dass sie spenden.» Es sei nervenaufreibend, nicht zu wissen, ob die Aktion funktionieren werde. Möglich sei auch, dass eine Institution Hunderte Tafeln erhalte und eine andere nur wenige. «Der K-Treff hat angeboten, den Rest unter den anderen Institutionen aufzuteilen, falls er mehr Tafeln erhält, als er Leute hat.» Carole Bösch hofft aber natürlich, dass überall so viele Tafeln wie möglich eintreffen. «Es soll ja für jeden genug haben.»