Eine schmerzende Niederlage

In einem sehr guten Drittliga-Match unterliegt Rüthi dem effizient aufspielenden FC Staad etwas brutal mit 0:4. Mann des Spiels war Doppeltorschütze Misel Ruzic.

Mäx Hasler
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Die Staader waren oft einen Tick schneller am Ball, wie hier Matchwinner Misel Ruzic. (Bild: Mäx Hasler)

Die Staader waren oft einen Tick schneller am Ball, wie hier Matchwinner Misel Ruzic. (Bild: Mäx Hasler)

FUSSBALL. Eine Fussballer-Weisheit sagt: «Wer die Tore nicht macht, bekommt sie.» So war es am Samstag auf dem Rheinblick. Staad nutzte seine Möglichkeiten kaltschnäuzig und Rüthi vergeigte die dicksten Dinger. Hätten die Oberrheintaler nur die Hälfte ihrer neun Riesenchancen genutzt wäre das Spiel wohl anders ausgegangen. Es sollte aber nicht sein.

Der Match sorgte schon vor dem Anpfiff für Gesprächsstoff, denn wenn der beste Sturm auf eine der löchrigsten Abwehren trifft, liegt eine gewisse Brisanz in der Luft. Zu Beginn der Partie war davon nichts zu spüren, denn Rüthi begann forsch und machte in der 3. Minute ein Freistosstor, das aber vom gut pfeifenden Schiedsrichter Kojadinovic aberkannt wurde. Ibrahimi hatte in der Staader Mauer eine Regelwidrigkeit begangen.

Ausgeglichene Halbzeit

Die erste Halbzeit war weitgehend ausgeglichen, obwohl die Gäste nach elf Minuten durch Doppeltorschütze Ruzic aus heiterem Himmel in Führung gingen. Der Verteidiger, der am Samstag als Stürmer agierte und diese Bezeichnung auch verdiente, schlug zum ersten Mal zu. Danach hatten Sala und Bucciol in der 17. und 18. Minute Möglichkeiten zum Ausgleich. Es sollten nicht die letzten ungenutzten Chancen sein. Wenig später musste Blaser gegen den anstürmenden Ruzic retten und kurz vor dem Pausenpfiff auch noch eine Möglichkeit von Lovric zunichte machen. Mit dem knappen Vorsprung der Gäste ging es in die Kabine.

Chancen zuhauf

Im zweiten Teil der Partie hofften die Rheintaler Zuschauer auf ein frühes Tor von Rüthi. Dies gelang allerdings den Gästen. In der 47. Minute haute Bucheli den Ball nach einem Corner trocken zur 2:0-Führung in die Maschen. In der 48., 52., 53. und 57. Minute hatten die Rüthner vier riesige Möglichkeiten, um den Anschlusstreffer zu erzielen oder sogar in Führung gehen zu können. Vor allem Sanseverinos raffiniertes Zuspiel auf Hobel hätte in der 53. Minute belohnt werden müssen.

Besser machten es die Staader, die in der 57. Minute durch Ruzic auf 3:0 erhöhten. Danach verhinderte Blaser gegen Bucheli ein weiteres Tor, und kurz darauf flog ein sehenswerter Konter über Lovric, Stojanovic und Ruzic zum Glück für Blaser über das Gehäuse. In der 63. und 64. Minute scheiterte Allgäuer am gut reagierenden Hodzic, und auch der eingewechselte Saiti fand im Staader Schlussmann seinen Meister. Den etwas brutalen Endstand besorgte dann Stojanovic. Als ob das nicht schon genug wäre, sah Ammann nach einem Foul an Ruzic noch Rot.

Die Rüthner müssen sich fragen, warum dieses Spiel so hoch verloren ging. Sie hatten nämlich viele sehr gute Chancen, um dem Spiel eine Wende zu geben. Man hätte sogar als Sieger aus dem Spiel hervorgehen können. Ein Grund dürfte die Abwehr sein, einst die Paradelinie der Rüthner. Nur der Abwehr die Schuld zu geben, wäre aber falsch, denn am Samstag wehte auf dem Rheinblick auch kein Sturm. Mit einem «Föhnlüftli» können solche Gegner nicht umgeblasen werden.

Rüthi: Blaser, Hamburger, Sanseverino, Ammann, R. Sonderegger, Ibrahimi (30. Hvisc), Sala, Zäch (70. Kroni), Bucciol (56. Saiti), Hobel, Allgäuer. Staad: Hodzic, Altindos, Slijepcevic, Woldu, Scheier, Bucheli (61. Gonzalez), Petrovic, Beqiraj, Lovric (87. C. Rüst), Stojanovic (76. Misimi), Ruzic.