Eine Million Ringli für Expo

Acht Monate lang hat die Öpfelfarm in Steinebrunn Apfelringli für die Weltausstellung in Mailand produziert. Der Thurgau und Äpfel spielen an der Expo eine Hauptrolle.

Inge Staub
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Roland Kauderer, Geschäftsführer der Öpfelfarm, ist stolz, dass er Apfelringli für die Expo herstellen durfte. (Bild: Reto Martin)

Roland Kauderer, Geschäftsführer der Öpfelfarm, ist stolz, dass er Apfelringli für die Expo herstellen durfte. (Bild: Reto Martin)

STEINEBRUNN. Roland Kauderer atmet auf. Der Grossauftrag aus Bern ist abgewickelt. «Die letzten Monate waren schon hektisch», sagt der Geschäftsführer der Öpfelfarm Steinebrunn. Sein Team hat seit August 200 000 Äpfel getrocknet und zu Apfelringli verarbeitet. Eine Million Apfelringli gingen durch die Hände seiner Mitarbeiter. Die Apfelringli sind für die Expo 2015 in Mailand bestimmt. Die Schweiz ist dort mit vier Türmen vertreten. Einer wird mit Apfelringli aus dem Thurgau gefüllt (siehe Kasten).

40 Paletten im Keller

Vor wenigen Tagen wurden die ersten Paletten in Steinebrunn abgeholt. Denn zum Start der Weltausstellung am 1. Mai muss der Turm mit Ringli-Schachteln bestückt sein. 40 Paletten stehen im Keller der Produktionshalle der Öpfelfarm. Auf jedem Palett sind 60 Schachteln gestapelt. Eine Schachtel enthält 175 Säckli Apfelringli. In jedem Säckli sind zwei bis drei Ringli verpackt.

Die Öpfelfarm ist ein Familienbetrieb mit acht Mitarbeitern. Das Herz der Öpfelfarm sind die Produktionsanlage und die Lagerräume im Keller der ehemaligen Mosterei am Bahnhof von Steinebrunn. Hier, mitten in Mostindien, werden Äpfel maschinell geschält und geschnitten. «Unsere Äpfel werden getrocknet, nicht gedörrt», betont Kauderer. Bei diesem Verfahren bleiben Vitamine und Enzyme erhalten.

Interessanter Auftrag

Als Roland Kauderer im August vergangenen Jahres angefragt worden ist, ob er für die Expo Apfelringli produzieren könne, hat sich sein Betrieb sofort an die Arbeit gemacht. Nach acht Monaten Arbeit zieht Roland Kauderer nun eine positive Bilanz: «Es hat alles bestens geklappt.» Der Auftrag sei auch für seine Mitarbeiter interessant gewesen. «Unsere Äpfel sind immer gleich gross. Jetzt durften sie für einmal Früchte mit verschiedenen Grössen verarbeiten.» Denn für die Expo wurden verschiedene Apfelsorten getrocknet. Unter anderem auch solche von Hochstammbäumen. Diese sind meist kleiner als Niederstammäpfel. Verpackt wurden die Ringli von Mitarbeitern der geschützten Werkstätten der Stiftung Egnach und Mansio in Münsterlingen. Der Thurgau ist nicht nur mit den Apfelringli in Mailand präsent. Apfelkönigin Monika Ausderau wird an der Weltausstellung Äpfel verteilen und mit sechs Turnerinnen aus Märwil einen Apfeltanz aufführen.

Apfelringli-Turmfest am 14. Mai

Bereits sind Mitarbeiter des Schweizer Bauernverbands vor Ort und sorgen dafür, dass die Projekte zur Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft planmässig umgesetzt werden. Am 14. Mai findet an der Expo ein «Apfelringli-Turmfest» statt. Natürlich werden dann auch Roland Kauderer und seine Frau dort sein. Schliesslich hat die Öpfelfarm massgeblich zum Gelingen des Apfelringli-Turms beigetragen.

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