Eine harmonische Symbolik

Bis 31. Januar gastiert eine neue Ausstellung in der Galerie und Töpferei im Rorschacher Hauptbahnhof. Maja Wiesmann-Gautschi zeigt Skulpturen, Sook-Hee Lee-Meng Bilder. Es sind Arbeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und doch harmonieren.

Linda Müntener
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«Traum einer Fischfrau» heisst Maja Wiesmann-Gautschis Skulptur. (Bild: Linda Müntener)

«Traum einer Fischfrau» heisst Maja Wiesmann-Gautschis Skulptur. (Bild: Linda Müntener)

RORSCHACH. Der Fisch und der Ochse. Diese Symbole kommen in den Werken, die derzeit in der Galerie und Töpferei im Bahnhof ausgestellt sind, immer wieder vor. Die naturnahen Bronzefiguren und die Fischskulpturen stammen von Maja Wiesmann-Gautschi, die Bilder von Sook-Hee Lee-Meng. Auf den ersten Blick gibt es einen grossen Kontrast zwischen den Arbeiten. Doch zusammen in der Galerie präsentiert, wirken sie so, als sei diese Anordnung naturgegeben. «Das hat uns beim Aufstellen fasziniert», sagt Thomas Meng, der Interessierte an der Vernissage am Mittwochabend durch die Galerie führt.

Greifbare statt hörbare Kunst

Es ist die zweite Ausstellung in der Galerie, die im September ihre Türen in Rorschach geöffnet hat. Wieder sind es zwei Frauen, die ihre Werke präsentieren. Eine von ihnen ist Maja Wiesmann-Gautschi aus dem thurgauischen Oberhofen. Nach 23 Jahren als Geigerin im Aargauer Symphonieorchester wollte sie etwas Haptisches erschaffen. Angefangen hat sie mit Gips, Ton und Bronze. Daraus hat sie naturalistische Figuren geschaffen, die den menschlichen Körper in allen Facetten zeigen. 2007 wagte die Künstlerin etwas Neues und arbeitet seither auch mit Giessharz. Sie fasziniere die Transparenz, die Leuchtkraft und die Nuancen der Farben. Diese kommen in ihren Fischskulpturen eindrucksvoll zur Geltung. Ein besonderer Blickfang ist ein Fisch, der in einem edlen Damenschuh steckt. «Was macht der da?», fragt Thomas Meng und schildert eine Interpretation gleich selber: Die Skulptur zeigt das Spiel mit der Weiblichkeit. Es ist eine Veranschaulichung dessen, was Frau alles macht, um schön auszusehen.

Eine Reise ins Innere

Ergänzt werden die Skulpturen durch Sook-Hee Lee-Mengs Bilder. Diese bringen Impressionen zum Ausdruck, die tief aus ihrem Herzen kommen, sagt sie. Geboren in Korea, kam sie in den 80er-Jahren nach Karlsruhe und studierte dort Grafik und Malerei. 1992 folgte ein Aufbaustudium für Bildnerisches Gestalten und Therapie in München. Seit 1994 lebt die Künstlerin in der Schweiz. Auf ihren Bildern sind immer wieder der Ochse und der Mensch zu sehen. Zwei Symbole im Buddhismus, der die Kultur in Lee-Mengs Heimat Korea prägt. So spiegeln ihre Bilder wie beispielsweise jenes, auf dem ein Mensch mit Koffer durch eine einsame Landschaft geht, ihre eigene Reise wieder. «Unterwegs auf meiner Reise nach innen zu meinen Erinnerungen sehe ich viele Landschaften. Das ist meine Bilderwelt.»

Ausstellung bis Ende Januar

Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar in der Galerie und Töpferei im Rorschacher Hauptbahnhof zu sehen. Montags hat die Galerie von 14 bis 17 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr. Am Freitag können die Werke von 17 bis 20 Uhr betrachtet werden, am Samstag von 10 bis 13 Uhr. Am Sonntag hat die Galerie von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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