Eine Frau mit schnellen Booten

GOLDACH. Ursula Kieper aus Deutsch-Rheinfelden beteiligt sich am Wochenende am Freundschaftsrennen für Elektrorennboote des Schiffsmodellclubs Goldach auf dem Schuppisweiher. Sie schliesst den Event mit Platz 6 der Kategorie Mono S7 ab.

Peter Beerli
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Skipperin: Ursula Kieper ist die einzige Frau, die an den Goldacher Race Days angetreten ist. Sie wurde mit ihrem Modellboot Sechste. (Bild: Ann-Marie Schmalz)

Skipperin: Ursula Kieper ist die einzige Frau, die an den Goldacher Race Days angetreten ist. Sie wurde mit ihrem Modellboot Sechste. (Bild: Ann-Marie Schmalz)

goldach. Mit hoher Geschwindigkeit und beinahe lautlos flitzen am Wochenende Schiffsmodelle über den Schuppisweiher. Vom Land aus steuern Männer und die einzige gemeldete Frau Oval- und Dreieckkurse. Sie kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und kämpfen als Konkurrenten um Runden und sind zugleich Freunde, welche gemeinsam das schöne Wetter und die günstigen Bedingungen auf dem Schuppisweiher geniessen. Zahlreich sind auch die Zuschauer, welche dem spannenden Geschehen auf dem Wasser folgen und sich in der Festwirtschaft verpflegen lassen: Zeichen dafür, dass wieder die Race Days stattfinden.

Zur auf gut zwei Dutzend reduzierten Zahl der Teilnehmer stellt Präsident Franz Vogler vom auch dieses Rennen wieder tadellos veranstaltenden Schiffsmodellclub Goldach (SMC) fest, man merke, dass die Ferienzeit begonnen habe. Hätte das Rennen wie sonst üblich Ende August durchgeführt werden können, wären bestimmt mehr Teilnehmer gekommen.

Ein Name fällt speziell auf

Auf der Liste der 26 Angemeldeten fällt ein Name sofort auf. Es ist jener von Ursula Kieper aus Deutschland. Sie ist die einzige Frau, welche sich diesmal zum Rennen angemeldet hat, überhaupt eine der ganz wenigen Damen, welche das Hobby des Schiffsmodellfahrens betreiben. Sie selbst, so erzählt uns die sympathische Dame während einer Pause zwischen den verschiedenen Läufen am Schuppisweiher, hat vor einigen Jahren schon durch ihren Gatten zu diesem interessanten und völkerverbindenden Steckenpferd gefunden. Durch ihr Vorbild liessen sich dann auch zwei oder drei weitere Frauen dafür gewinnen, die sich im Kreis der Männer gut aufgenommen wissen. Ihr mache neben dem eigentlichen Rennsport die Gemeinschaftspflege im international zusammengesetzten Freundeskreis der Schiffsmodellfahrer grosse Freude, erklärt die Grosshandelskauffrau, welche in Deutschland wohnt, aber in der Schweiz ihrer Arbeit nachgeht. Durch die Rennen lernte sie weite Teile Deutschlands, aber auch das Tessin und das Berner Oberland in der Schweiz kennen. Der Club, in welchem sich Ursula Kieper engagiert, ist übrigens der einzige, der Events in einem fliessenden Gewässer, im Rhein, durchführt.

Die Elektronik ist das Problem

Wir fragen die diplomierte Grosshandelskauffrau aus Deutsch-Rheinfelden, warum die Frauen in diesem Steckenpferd, bei welchem der Aussenstehende das Gefühl hat, es sei körperlich nicht überaus anstrengend, weitgehend fehlen. Ursula Kieper findet die Erklärung dazu gleich, nämlich darin, dass sich die Frauen die technischen Kenntnisse und das elektronische Gefühl, das der Schiffsmodellbau erfordert, nicht zutrauen. «Ich selbst bastle zwar sehr gerne und habe auch einiges Geschick darin, doch auch ich bin sehr froh, dass bei uns mein Mann der Bootsbauer ist und ich mich weitgehend aufs Fahren beschränken kann.» Wer von ihnen beiden besser fahre, fragten wir sie, und sie erklärte, da würden sie sich abwechseln, mal sei ihr Mann, mal sie selbst besser. Immerhin habe sie letztes Jahr den Deutschen Jahrescup in der Klasse Mono S7 gewonnen.

Rangliste der Race Days 2011

Kategorie Hydro 1: 1. Gerhard Wolk 52 Runden. 2. Josef Weigand 44. 3. Willibald Magerl 32. Hydro 2: 1. Sascha Dietrich 58. 2. Gerhard Wolk 57. 3. Karlheinz Hopf 50.– Mono 1: 1. Sascha Dietrich 57. 2. Karlheinz Hopf 54. 3. Karl Petzoldt 52. – Mono 2: 1. Karl Petzoldt 58. 2. Wolfgang Michalek 55. 3. Willibald Magerl 53. – Mono S7: 1. Daniel Koller 60. 2. Adrian Scherer 58. 3. Robin Stadler 57. – Eco Expert: 1. Hans-Dieter Stengel 86. 2. Adrian Scherer 84. 3. René Mumenthaler 76.