Eine «fesche» Braut angelacht

Die Ortsbürgergemeinde St. Gallen erhält gewichtigen Zuwachs. Voraussetzung ist, dass gegen die Inkorporation der Ortsgemeinde Straubenzell kein Referendum ergriffen wird. Anzeichen dafür gibt es momentan jedoch nicht.

Claudia Schmid
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Arno Noger Präsident Ortsbürgergemeinde St. Gallen (Bild: Michel Canonica)

Arno Noger Präsident Ortsbürgergemeinde St. Gallen (Bild: Michel Canonica)

An der Bürgerversammlung der Ortsbürgergemeinde St. Gallen war die Fusion mit der Ortsgemeinde Straubenzell ein Haupttraktandum. Die Bürgerräte von St. Gallen und Straubenzell hatten die Vereinigung der beiden Ortsgemeinden mehrere Monate lang intensiv vorbereitet, bevor der Bürgerrat die Inkorporationsvereinbarung im Januar verabschiedete. Am 31. März dieses Jahres stimmten die Straubenzellerinnen und Straubenzeller dem Vorhaben mit grossem Mehr zu.

Ortsgemeinden stärken

Bürgerratspräsident Arno Noger stellte am Montagabend in der St. Laurenzenkirche klar, dass die Versammlung lediglich Kenntnis vom Beschluss nehmen kann. Sie tat es ohne Diskussion und damit wohlwollend. Nun steht der Beschluss von Gesetzes wegen unter dem fakultativen Referendum. Jedoch deutet nichts darauf hin, dass es ergriffen werden könnte. Verstreicht die Referendumsfrist, wird die Inkorporation auf den 1. Januar 2015 vollzogen.

Arno Noger strich die Vorteile einer einzigen Ortsbürgergemeinde in der Stadt hervor. Fusionen stärkten ihre Arbeit. Zusammen könnten grössere und nachhaltigere Vorhaben in Angriff genommen werden. «Die Kosteneinsparungen bei der Verwaltung und beim Bürgerrat ermöglichen es auch, das Engagement für gemeinnützige Projekte zu intensivieren.» Kommt die Fusion mit Straubenzell zustande, besteht in der Stadt neben der Ortsbürgergemeinde St. Gallen noch Tablat als eigenständige Ortsgemeinde. Rotmonten ging dem Beispiel von Straubenzell bereits vor Monaten voraus.

Ansehnliche «Mitgift»

Mit einem Augenzwinkern bezeichnete Arno Noger die Ortsgemeinde Straubenzell als «fesche» Braut. Ihre «Mitgift» bringe der Ortsbürgergemeinde St. Gallen zusätzlich 3661 Mitglieder (Ortsbürgergemeinde St. Gallen: 6538), 59 Hektaren Land (1161 Hektaren) und 37 Millionen Franken Eigenkapital (100,6 Millionen Franken).

Die Ortsbürgergemeinde St. Gallen blicke auf ein erfolgreiches Jahr zurück, sagte der Bürgerratspräsident zum Geschäfts- und Finanzbericht. Der Gewinn habe sich um fast eine Million Franken auf knapp 1,7 Millionen gesteigert. Das Ergebnis des Aus- und Umbaus des Restaurants Scheitlinsbüchel bezeichnete er ebenfalls als sehr erfreulich. Die Mehrkosten von rund 55 000 Franken lägen im Bereich einer normalen Kostenüberschreitung. Der Bürgerrat habe einen Nachtragskredit im Rahmen seiner Kompetenzen bewilligt. Die Versammlung nahm von der Schlussabrechnung ohne Diskussion Kenntnis. Dem Voranschlag 2014 stimmte sie einstimmig zu.

Heime ausgelastet

Arno Noger machte einige Ergänzungen zum Geschäftsbericht 2013. Er hob hervor, dass die Heime des Kompetenzzentrums Gesundheit und Alter weiterhin sehr gut ausgelastet sind. Die Planung für den Umbau und den Ergänzungsbau des Seniorenwohnsitzes Singenberg sei nun abgeschlossen. Mit den Bauarbeiten könne in absehbarer Zeit begonnen werden.

Zur Vadianischen Sammlung erklärte der Bürgerratspräsident, dass die Arbeiten zur Erschliessung der Bestände auf gutem Weg seien. Mit dem Kanton habe man eine neue Vereinbarung zur Betreuung der Sammlung eingehen können.

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