Eine Band zieht in den Kampf

Morgen beginnt das Strassenfest «Aufgetischt» mit 80 Künstlern aus 20 Nationen. Darunter das Pullup Orchestra, welches hier eine Challenge abschliesst. Diese lautet: Innerhalb von zwei Tagen acht Konzerte in acht Städten spielen.

Kathrin Reimann
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Das Pullup Orchestra mit der St. Gallerin Valérie Maerten und Philipp Labhart (Vierte und Fünfter von rechts). (Bild: pd)

Das Pullup Orchestra mit der St. Gallerin Valérie Maerten und Philipp Labhart (Vierte und Fünfter von rechts). (Bild: pd)

Seit acht Jahren gibt das zehnköpfige Pullup Orchestra in ganz Europa «Brap»-Konzerte – eine mitreissende Mischung aus Brassband-Sounds und Hip-Hop. Die Musiker stammen aus der Schweiz und Frankreich und liefern sich mit Trompeten, Posaune, Saxophon, Snare und Pauke, Rapper und der St. Galler Sängerin Valérie Maerten einen regelrechten Kampf. Diesen wollen sie sich auch am Samstag als Abschlusskonzert des Strassenfests «Aufgetischt» liefern.

Nur die Polizei kann sie stoppen

Zuvor liefert sich das Pullup Orchestra aber einem Kampf gegen die Zeit aus: Es spielt in Schaffhausen, Zürich, Basel, Bern, Genf, Biel und Winterthur – innerhalb von zwei Tagen. «Es ist herausfordernd, aber machbar, sofern uns kein Unfall oder die Polizei aufhält», sagt Bandleader Philipp Labhart. Denn unterwegs sind sie in einem Bus voller Instrumente, einem Anhänger sowie Fahrer. Ausserdem steht in jeder Stadt ein lokaler Gastkünstler mit auf der Bühne, in St. Gallen sind es sogar zwei: Die Band Sika Lobi und Exequiel Barreras, Tänzer am Theater.

Diese Challenge ist aber nicht die einzige, die sich das Orchestra auferlegt hat. «Es gibt uns seit acht Jahren, deshalb stellen wir uns acht Herausforderungen.» Die erste war ein achtstündiges Nonstop-Konzert in Winterthur. «Das hat überraschend gut funktioniert», sagt Labhart. Dank vieler Gastmusiker hätten sie pro Stunde zehn Minuten Pause gehabt, ausserdem wurde auf der Bühne gekocht, gegessen, und Masseurinnen halfen über körperliche Krisen hinweg. «Beim Publikum kam es auch gut an, es sind viele Schweisstropfen und Getränke geflossen.» Ausserdem brauten sich in der letzten der acht Stunden alle Energien zusammen. «Es war, als hätten wir nicht schon sieben Stunden zuvor gespielt, wir sprühten nur so vor positiver Energie.»

Acht Aufgaben bis September

Als nächste Challenge spielt das Pullup Orchestra acht Privatkonzerte in Gärten oder Wohnzimmer ihrer Fans, danach folgen acht Auftritte an Festivals. Die fünfte Challenge verlangt, dass das Orchestra zu seinem neuen Album acht Videoclips dreht und die sechste, dass sie ebendieses Album als Unplugged-Version auf Band und Video festhalten. Eine weitere Challenge erfordert acht Remixes von Songs des neuen Albums, und als allerletzte Challenge muss das Pullup Orchestra in acht Ländern auf acht verschiedenen Kanälen gespielt werden.

Ihr Ziel ist es, dies bis im September gemeistert zu haben. «Dann können wir uns glücklich zurücklehnen.» Wenn etwas nicht klappen würde, sei dies kein Weltuntergang. «Wir machen seit acht Jahren verrückte Dinge und wollen beweisen, dass wir es noch draufhaben.»

Shopping oder Party

Um sich die Challenges zu finanzieren, sammelt das Pullup Orchestra über die Crowdfunding-Plattform wemakeit.com Geld. Im Gegenzug für einen Zustupf erhält man ungewöhnliche Gegenleistungen wie etwa eine Party mit zwei Bandmitgliedern, inklusive Eintritt und vier Bieren, Schuh-Shopping-Beratung, oder die Band tritt am Firmenjubiläum auf.

Wer sich vor einer Spende vom Können des Pullup Orchestras überzeugen will, kann dies am Samstag um 22.15 Uhr beim Waaghaus tun und gleichzeitig den Abschluss des «Aufgetischt» und der Challenge mitfeiern. «Ist dieser Kampf überstanden, entlädt sich die unerklärbare und magische Pullup-Energie auch in St. Gallen», verspricht Labhart

www.pulluporchestra.ch

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