Eine alte Obstmühle zügelt in den Ruggisberg

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Freuen sich auf Zusammenarbeit: Yvonne Brülisauer, Gemeinderätin Gaiserwald, und Guido Sieber, Museumskustos. (Bild: Adrian Lemmenmeier)

Freuen sich auf Zusammenarbeit: Yvonne Brülisauer, Gemeinderätin Gaiserwald, und Guido Sieber, Museumskustos. (Bild: Adrian Lemmenmeier)

Häggenschwil Das Landwirtschaftsmuseum Ruggisberg arbeitet neu auch mit der Gemeinde Gaiserwald zusammen. Am kommenden Sonntag ist Tag der offenen Tür.

Acht Gemeinden unterstützten bis anhin das Landwirtschaftsmuseum Ruggisberg, nun sind es neun. Neu mit dabei: Gaiserwald. «Im Ortsmuseum Gaiserwald haben wir keinen Platz, um alle unsere landwirtschaftlichen Exponate auszustellen», sagt Yvonne Brülisauer, Gemeinderätin und Präsidentin der Kulturkommission in der Gemeinde Gaiserwald. «Hier können wir die Geräte der Öffentlichkeit zugänglich machen.»

Ein besonderes Exponat aus der Sammlung Gaiserwald ist eine alte Obstmühle. Diese wird bald im Ruggisberg zu bewundern sein. Das Museum befindet sich in der Gemeinde Häggenschwil, gleich an der Grenze zum Kanton Thurgau. Hier werden landwirtschaftliche Gerätschaften zur Schau gestellt, die teilweise über 150 Jahre alt sind: Dresch- und Mähmaschinen sind ebenso zu bestaunen wie eine alte Habichtfalle, eine einst mit Pferdekraft betriebene Säge oder ein Leichenwagen aus dem späten 19. Jahrhundert. Dabei verstauben die Exponate nicht hinter Glasvitrinen, sondern stehen frei im Raum und dürfen oft auch angefasst werden. Mehr noch: Viele Maschinen sind funktionstüchtig und werden mit lautem Getöse vorgeführt.

Wissen über Arbeit bewahren

«Ich finde es faszinierend, wie die Leute schon früher die schwere landwirtschaftliche Arbeit vereinfachten, indem sie Maschinen einsetzten», sagt Guido Sieber. Er ist seit gut zwei Jahren ehrenamtlicher Kustos des Landwirtschaftsmuseums Ruggisberg und führt mit Begeisterung durch die Anlage. «Wenn wir das Wissen über die landwirtschaftliche Produktion von damals jetzt nicht sammeln, geht es verloren», sagt Sieber. Dabei genüge es nicht, eine alte Dreschmaschine rattern zu lassen. Sieber möchte Interviews mit Zeitzeugen zum genauen Gebrauch der Geräte filmen und die Erklärungen im Museum auf Bildschirmen zeigen. Ein solches Projekt ist zwar Zukunftsmusik, für Sieber aber steht fest: «So könnten wir alte landwirtschaftliche Produktionsmethoden tatsächlich rekonstruieren.»

Ein Einblick in eine besondere Form der landwirtschaftlichen Arbeit lässt sich bereits am kommenden Sonntag gewinnen: Am Tag der offenen Tür im Museum Ruggisberg informieren Imker aus Häggenschwil und Umgebung von 10 bis 16 Uhr über die Honigproduktion und die Rolle der Bienen für die Landwirtschaft. Daneben gibt es Führungen durchs Museum. Der Eintritt ist kostenlos, es wird eine Kollekte erhoben. (al)

www.landwirtschaftsmuseum.ch