Eine Ära geht zu Ende

Heute ist der letzte Arbeitstag des stellvertretenden Bankleiters der Raiffeisenbank in Goldach. Walter Eggenberger geht nach 44 Jahren bei der Bank in Pension. Zu den Spezialgebieten des 61-Jährigen gehört die Informatik.

Jolanda Riedener
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Walter Eggenberger tauscht seine Krawatte gegen Wanderschuhe. (Bild: Jolanda Riedener)

Walter Eggenberger tauscht seine Krawatte gegen Wanderschuhe. (Bild: Jolanda Riedener)

GOLDACH. Seinen letzten Tag vor der Pension verbringt der 61jährige Walter Eggenberger nicht wie gewohnt vor dem Computer. Er verteilt Würste, Kuchen und stosst mit seinen Kunden an. 44 Jahre lang war Walter Eggenberger bei der Raiffeisenbank in Goldach tätig, wo er nach seiner Lehrzeit stellvertretender Bankleiter wurde.

1971 hat Walter Eggenberger seine kaufmännische Lehre bei der Darlehenskasse Goldach begonnen, so hiess die Raiffeisenbank noch vor der Namensänderung 1974. «Nach einem sehr kurzen Abstecher zur UBS St. Gallen im Jahr 1977 kehrte ich nach Goldach zurück», sagt Eggenberger. Heute arbeiten in der Raiffeisenbank Goldach rund 20 Bankangestellte.

Kerngebiet ist die Informatik

Eine seiner Kernaufgaben bei der Raiffeisenbank war die Informatik, ein Bereich, bei dem es grundlegende Veränderungen gegeben hat. Das Kontoblattsystem, welches ein Rechensystem mit Drucker beinhaltet, ist 1974 vom Magnetkonto abgelöst worden. «Die Magnetstreifen waren damals revolutionär», sagt Eggenberger. Ähnlich wie bei den heutigen Bankkarten konnten Informationen mit einem Magnetstreifen abgerufen werden, allerdings im A4-Format. 1980 stellte die Bank auf das erste EDV-System um, «ein kontoblattloses System mit minimalem Speicherplatz. Das hat unsere Arbeit sehr erleichtert.» Mit der Vereinfachung von Kontenführungen und Buchhaltung konnte mehr Zeit für die Kundenberatung aufgewendet werden. 1995 fusionierte die Raiffeisenbank Goldach mit jenen in Tübach und Untereggen. Jede der drei Banken arbeitete damals mit einem anderen Informatiksystem. «Die Umstellung auf ein einheitliches System war sehr aufwendig. Die Arbeitstage waren lang, das war eine Herausforderung», erinnert sich Eggenberger. Natürlich sei seine Tätigkeit dadurch spannend und vielfältig gewesen.

Die nächste grosse Umstellung des Informatiksystems ist auf 2017 geplant. Mit ein Grund, warum sich der 61-Jährige entschieden hat, in Pension zu gehen. Der Wechsel passe jetzt, vermutlich hätte er nicht mehr den gleichen Biss wie bei den bisherigen Umstellungen, die er durchgeführt habe.

Raubüberfall und Jubiläen

So viele Jahre beim gleichen Unternehmen zu arbeiten, sei schon nicht alltäglich, sagt Eggenberger. Sehr wenige Zwischenfälle hätten sich während seiner Karriere ereignet. Ein einschneidender Punkt sei der Raubüberfall in der Filiale in Untereggen vor fast 20 Jahren gewesen. Auch schöne Anlässe wie das 75-Jahr-Jubiläum im Jahr 1985 oder das 100-Jahr-Jubiläum der Bank vor vier Jahren hat der Goldacher miterlebt.

Endlich viel Zeit in der Natur

Aufgewachsen in einer Bauernfamilie, ist Eggenberger nach wie vor sehr naturverbunden. Die Liebe zur Natur lebt er beim Wandern aus. «Jetzt geht es erst einmal für eine Woche nach Südtirol», freut sich Eggenberger. Auch zum Lesen komme er jetzt hoffentlich wieder vermehrt. Seine Frau ist Leiterin der Bibliothek in Goldach, mit Stoffen wäre er also versorgt. Auch seine Fremdsprachenkenntnisse würde Eggenberger gerne erweitern.

Die Nachfolge von Walter Eggenberger tritt Kim Reinhart an. Eggenberger übergibt ihm seine Stelle gerne: «Ich bin froh, dass wir einen guten Nachfolger gefunden haben.» Er freue sich, einer jungen und motivierten Person Platz zu machen.

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