«Einbahnregelung ist keine Lösung»

Soll die St. Gallerstrasse als Einbahnstrasse geführt werden? Mit dieser Frage befasst sich die Interpellation von Hanspeter Fröhlich (FDP). Nein, lautet nun die Antwort des Stadtrates.

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Der Verkehr auf der St. Gallerstrasse wird wieder zweispurig geführt. Geht es nach dem Stadtrat, soll das auch so bleiben. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Verkehr auf der St. Gallerstrasse wird wieder zweispurig geführt. Geht es nach dem Stadtrat, soll das auch so bleiben. (Bild: Hanspeter Schiess)

Im ersten Halbjahr 2012 war die St. Gallerstrasse wegen der Bauarbeiten nur in eine Richtung befahrbar. Aufgrund dieser Regelung sei ein erheblicher Rückgang des Verkehrsaufkommens feststellbar, schreibt Stadtparlamentarier Hanspeter Fröhlich (FDP) in seiner Interpellation, die er dem Stadtrat im Mai eingereicht hat. Darin möchte Fröhlich wissen, was der Stadtrat nach den aktuellen Erfahrungen von einer «definitiven Einbahnlösung» hält und wie er sich damit auseinandersetzt.

Variante nicht weiterverfolgen

Wie der Stadtrat nun in seiner Antwort schreibt, habe die Einbahnstrasse «erwartungsgemäss» nebst einer Verkehrsentlastung im Zentrum zu Schleichverkehr in Wohnquartieren geführt. Die Verkehrsverlagerungen auf die Nebenachsen und in die Wohnquartiere dürften auf Dauer so nicht hingenommen werden. Der Stadtrat habe im Frühjahr die Firma mrs Partner AG Zürich beauftragt, einen Vergleich der bisherigen Studien und Varianten zur Entlastung der St. Gallerstrasse zu erstellen. Diese komme jetzt zum Schluss, dass die Erreichbarkeit von Gossau mit einer Einbahnstrasse nicht verbessert, sondern durch die nötigen Umwege noch erschwert werde, schreibt der Stadtrat weiter. Die Firma habe darum empfohlen, diese Variante nicht zu verfolgen.

Auf Fröhlichs Frage, inwieweit das FDP-Postulat aus dem Jahr 2002 in den Vergleich bisheriger Entlastungsvarianten mit einbezogen werde, schreibt der Stadtrat: «Die Auswirkungen eines Einbahnsystems wurden bereits zweimal untersucht. Beide Berichte und auch jener der mrs Partner AG kamen zum Schluss, dass ein Einbahnsystem nicht das taugliche Mittel darstellt, um den Verkehr zu lenken.»

Kein Verständnis für Forderung

Weiter möchte Hanspeter Fröhlich vom Stadtrat wissen, welche Gespräche er mit den Industriebetrieben Gossau Ost führt mit dem Ziel, dass diese Hand bieten, den LKW-Verkehr durch Gossau zu vermindern. «Der Lastwagenverkehr ist nicht der Verursacher der Staumisere. Die Forderung zur Reduktion des Quellverkehrs ist nicht nachvollziehbar, da die in Gossau ansässigen Firmen auf eine optimale Versorgung angewiesen sind», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Er nehme den Bericht der mrs Partner AG Zürich zum Anlass, um im Gespräch mit den örtlichen Wirtschaftsverbänden und Parteien die Verkehrsdiskussion neu zu lancieren. Dies mit dem Ziel, «gemeinsam eine mehrheitsfähige Lösung zu entwickeln, um trotz ständig wachsender Mobilität die Situation auf der St. Gallerstrasse zu verbessern». (kam)

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