Ein Zustupf fürs Elektroauto

Firmen, die ihre Fahrzeugflotte umweltfreundlicher machen, erhalten von der Stadt Fördergelder. Zehn Unternehmen haben im vergangenen Jahr von dieser Unterstützung aus dem Energiefonds profitiert. Zwei Beispiele.

Roger Berhalter
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«Ich fahre fast nur noch elektrisch»: Reto Graf, Geschäftsführer der Firma IBG Engineering, betankt sein neues Hybridfahrzeug. (Bild: Michel Canonica)

«Ich fahre fast nur noch elektrisch»: Reto Graf, Geschäftsführer der Firma IBG Engineering, betankt sein neues Hybridfahrzeug. (Bild: Michel Canonica)

Reto Graf fährt Golf GTE. Der Geschäftsführer der Firma IBG Engineering ist mit dem Hybridfahrzeug von Volkswagen häufig in der Region unterwegs. Sein Unternehmen ist unter anderem im Bereich Energie- und Gebäudetechnik tätig und hat sich die Energieeffizienz auf die Fahne geschrieben. Man plane und baue «die Infrastruktur von morgen», heisst es auf der Webseite. «Dazu gehört auch die Mobilität», sagt Graf. Zwei neue Hybridfahrzeuge hat er im vergangenen Jahr angeschafft, unterstützt mit Fördergeldern der Stadt (siehe Zweittext). «Fahrzeuge mit tiefer Energieklasse passen gut in unsere Strategie und Unternehmenskultur», sagt Graf. Im Moment baut IBG am St. Galler Hauptsitz ein neues Bürogebäude. Dazu gehören auch eine neue Photovoltaikanlage sowie fünf Ladestationen für Elektroautos, die für Mitarbeiter und Kunden gedacht sind.

Der Markt wächst

Christian Egger fährt Renault Zoe. Der Geschäftsführer von Elektro Binder bezeichnet sein Elektrofahrzeug als «ideales Auto für die Stadt», mit dem man immer eine Parklücke finde und verglichen mit einem Benzinauto nichts an Komfort einbüsse. «Elektrofahrzeuge sind eine gute Sache, und der Markt wächst», sagt Egger. Auch für sein Unternehmen, das in den Bereichen Elektrotechnik, Telekommunikation und Informatik tätig ist, liegt die Beschäftigung mit strombetriebenen Autos nahe. «Ich kann Erfahrungen sammeln und weitergeben», sagt Egger.

Elektro Binder und IBG Graf Engineering sind zwei Beispiele von Unternehmen, die im vergangenen Jahr Geld von der Stadt bekommen haben, weil sie ihre Firmenflotte umweltfreundlicher gemacht haben: Hybrid- statt Dieselfahrzeug, Elektro- statt Benzinauto. «Es entspricht einem Bedürfnis», sagt Karin Hungerbühler vom Amt für Umwelt und Energie zum neuen Förderinstrument, das ein Firmenauto um mehrere 1000 Franken verbilligen kann. Seit einem Jahr spricht die Stadt solche Fördergelder. Bisher habe man knapp 40 000 Franken an fast zehn Unternehmen ausbezahlt, und mit zehn weiteren Firmen sei man konkret im Gespräch.

Bis jetzt hat die Stadt das Angebot nicht offensiv kommuniziert. «Wir haben in erster Linie den Autohandel darüber informiert sowie die Wirtschafts- und Gewerbeverbände», sagt Hungerbühler. Gewerblich genutzte Fahrzeuge seien stärker und regelmässiger im lokalen Einsatz als Privatautos. Deshalb spreche man bewusst (noch) nicht die breite Bevölkerung an, sondern Firmen. «Die Effizienzsteigerung von Flotten trägt namhaft dazu bei, die Ziele des Energiekonzepts 2050 zu erreichen.»

Auf Baustellenbesuch

Reto Graf von IBG Engineering bezeichnet die Subventionierung seines Hybridautos als «schönen Zustupf», der ihm den Umstieg auf die neue Technologie erleichtert habe. Er könne damit ein Vorbild sein. «Ich fahre fast nur noch elektrisch.»

Auch Christian Egger von Elektro Binder geht in der Stadt fast nur noch mit dem Elektroauto auf Baustellenbesuch. Ab und zu leiht er es auch einem Kunden aus, um damit den «Elektromobilität-Gedanken weiterzubringen». In Zukunft müsse es aber noch mehr Stromtankstellen geben. «Es wäre schön, auch einmal bis nach Altstätten und zurück fahren zu können.» Egger trägt selber zum Tankstellennetz bei. Vor seinem Geschäft an der Rittmeyerstrasse hat er im vergangenen Sommer eine öffentliche Stromtankstelle installiert, ebenfalls finanziell unterstützt von der Stadt.

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