Ein wehmütiges Adieu

Hans und Trudi Germann nehmen Abschied von ihrem langjährigen Zuhause auf der Mult: Ab Februar übernehmen zwei Töchter das Restaurant Traube.

Giulia Satiro
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Trudi und Hans Germann vor dem Eingang in die «Traube». (Bild: Giulia Satiro)

Trudi und Hans Germann vor dem Eingang in die «Traube». (Bild: Giulia Satiro)

GOSSAU. Idyllisch auf dem Hügel gelegen, mit Blick über die ganze Stadt, steht das alte, imposante Appenzeller Haus. Es ist das Restaurant Traube auf der Mult. Ein Begriff für jeden Gossauer, ein Ziel vieler Spaziergänger und Wanderer. Ab dem 24. Dezember schliesst das Restaurant über den Winter. Eine Pause jedoch nicht wie jede andere. Für Trudi und Hans Germann, das Wirteehepaar des Restaurants, bedeutet die Schliessung ein wehmütiger Abschied.

In die vierte Generation

Die Germanns, die jetzt im Pensionsalter sind, übergeben das Restaurant an zwei Töchter: an die 27jährige Christa Germann sowie an die 32jährige Silvia Rusch-Germann und deren Ehemann. Sie werden am Aschermittwoch, 13. Februar, das Restaurant Traube wieder eröffnen. Worauf dann ein Einweihungsfest geplant sei, sagen sie.

Mit dieser Übergabe wird eine Tradition erhalten. Das Restaurant Traube ist nämlich seit Jahren ein Familienbetrieb: «1979 übernahm ich das Restaurant von meinen Eltern», sagt Hans Germann. «Mit der Übergabe an unsere Töchter wird es nun die vierte Generation unserer Familie auf der Mult sein.»

Das Zuhause verlassen

Für Hans und Trudi Germann ist dieser Schritt kein einfacher. Bereits im vergangenen Frühling mussten sie den Hof verpachten, da keiner der Nachkommen den Bauernbetrieb weiterführen wollte. Demnächst wird das Ehepaar auch aus dem Haus ausziehen. «Ich habe mein Leben lang hier gewohnt», sagt Hans Germann. Daher ist es für ihn und seine Frau ein doppelter Abschied: von ihrer langjährigen Tätigkeit, aber auch von ihrem Zuhause.

«Mehr Zeit für die Grosskinder»

«Es ist der Lauf der Zeit», sagt Hans Germann. «Wir möchten uns bei den Gästen und den Vereinen für ihre jahrelange, treue Unterstützung bedanken», sagt Trudi Germann. Beim Gedanken, dass dieser Lebensabschnitt bald vorbei sein wird, muss sie mit den Tränen kämpfen. Doch sie kann dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen: «Wir werden mehr Zeit haben, uns den Grosskindern zu widmen.»