Ein Wechsel und ein Hauptziel

Bereits nach einem Jahr tritt BDP-Kreisparteipräsident Daniel Koster zurück. Er ist für ein anderes Amt vorgesehen. Nachfolger an der Spitze der Regionalpartei wird der Wittenbacher Urs Schnelli.

Andreas Nagel
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Urs Schnelli (rechts) mit BDP-Gründungspräsident Daniel Koster. (Bild: Andreas Nagel)

Urs Schnelli (rechts) mit BDP-Gründungspräsident Daniel Koster. (Bild: Andreas Nagel)

Seit seiner Wahl zum Kreisparteipräsidenten der BDP vor Jahresfrist durfte Daniel Koster einige Wahlerfolge feiern. So gelang ihm selber der Einzug ins Stadtparlament, wo sich der Fahrlehrer inzwischen der CVP/EVP-Fraktion angeschlossen hat. Im März 2012 war die BDP-Regionalpartei mit dem Abtwiler Sekundarlehrer Richard Ammann bereits in den Kantonsrat eingezogen. Zudem sicherte sich der Wittenbacher Urs Schnelli bei den Gemeindewahlen im Herbst einen Sitz im dortigen Schulrat.

Mehr Mitglieder erwünscht

Für die junge Partei, die erst vor einem Jahr gegründet wurde, ein beachtlicher Einstand. Dies vor allem auch angesichts der nach wie vor bescheidenen Mitgliederzahl. Gerade einmal deren zwölf sind bei der Wahlkreispartei St. Gallen-Gossau aktuell eingeschrieben. So erstaunt es auch nicht, dass die BDP in den kommenden Monaten ihr besonderes Augenmerk auf die Mitgliederwerbung legen will. Urs Schnelli brachte es an der Mitgliederversammlung vom Mittwochabend in den Geschäftsräumen der Allianz Versicherung auf den Punkt: «Wir haben bedeutend mehr Wähler als Mitglieder.»

Acht von ihnen waren vorgestern zugegen. Welcher Vereinspräsident kann an der Hauptversammlung schon zwei Drittel seiner Mitglieder willkommen heissen? Insofern hätte es für Daniel Koster keinen Grund gegeben, sein Amt nach einem Jahr bereits zu übergeben. Es ist ein anderes, zeitraubendes Mandat, das ihn zum Schritt bewogen hat: Der 47jährige Stadtsanktgaller soll demnächst das Präsidium des Ostschweizer Fahrlehrerverbands übernehmen. Entsprechend bat er um Entlastung.

Einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt wurde Urs Schnelli, ebenfalls 47jährig und als Verkaufsleiter bei der Allianz Suisse tätig. Nebst der Mitgliederwerbung will die Partei unter seiner Führung auch mehr Geld erwirtschaften und «sich ein Gesicht geben», wie Schnelli sagte. Eine Arbeitsgruppe sei zurzeit daran, ein Parteiprogramm zu erarbeiten. «Wir wollen regional mitreden, uns über Inhalte profilieren. Dann ist Wachstum nur eine Frage der Zeit.» Ausdrücklich wünscht sich der neue Präsident auch weibliche Mitglieder: «Damit auch ihre Standpunkte und Haltungen bei Sachgeschäften einfliessen können.»

Geheimnis «Kampfkapital»

Die Traktanden waren rasch abgehandelt. Nach Kurzberichten aus den jeweiligen Fraktionen in Kantonsrat und Stadtparlament wurde die Jahresrechnung bei einer Enthaltung genehmigt. Ein BDP-Kuriosum hiebei: Die Zahlen werden nicht öffentlich bekanntgegeben. Einsicht wird selbst den Mitgliedern nur auf Anfrage hin gewährt. Warum? «Es muss niemand von den Mitbewerbern wissen, über wie viel Kampfkapital wir verfügen», erklärte Schnelli.