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«Ein wahnsinnig gutes Gefühl»

ST.GALLEN. Schon als Kind hörte sie heimlich Radio, und noch immer schwärmt sie von ihrem Job bei diesem Medium. Hana Gadze ist in der Ostschweiz seit Jahren als Stimme von FM 1 bekannt. Jetzt arbeitet die St.Gallerin als Musikredaktorin bei SRF 3.
Roger Berhalter
Von FM 1 zu SRF 3: Hana Gadze wurde unter 100 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. (Bild: Urs Bucher)

Von FM 1 zu SRF 3: Hana Gadze wurde unter 100 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. (Bild: Urs Bucher)

Ja, dieser Stimme kann man lange zuhören. Sie ist warm, aber nicht zu tief. Angeraut, aber noch nicht heiser. Hana Gadze redet mit angenehmer Sprachmelodie und setzt jeden Konsonanten präzis. «Früher dachte ich, meine Stimme geht gar nicht», sagt sie und lacht. «Aber daran gewöhnt man sich beim Radio schnell.» Nach bald zehn Jahren am Mikrophon kann die St.Gallerin mit ihrer Stimme gut leben. Sie muss sie nicht einmal pflegen. «Ich wüsste schon ein paar Tricks.» Aber vor einer Sendung versucht die 32-Jährige jeweils nur, viel zu reden und ein bisschen zu singen, das reiche.

Mit den Hörern durch den Tag

Die halbe Ostschweiz kennt ihre Stimme, denn Hana Gadze arbeitete bis vor kurzem im Moderatorenteam von Radio FM 1. Sie war schon dabei, als der Sender noch «Radio aktuell» hiess. Nach ersten Aufträgen als Sprecherin wurde sie bald Mitglied der Redaktion, und als Radio aktuell 2008 mit Radio Ri fusionierte und zu FM 1 wurde, erhielt Gadze ihre eigene Sendung. Jeden Samstagnachmittag hat sie seither die FM 1-Hörercharts moderiert, und vor allem war sie im Tagesprogramm zu hören. Als Moderatorin, welche die Hörer durch den Tag begleitet.

Abschalten am Mikrophon

Schlechte Laune kann man sich in dieser Rolle nicht leisten. «Die Hörer müssen sicher nicht meine Launen ertragen», sagt Hana Gadze. An schlechten Tagen zu moderieren sei ihr aber nie schwer gefallen. «Ich musste mich nie verstellen, und ich bin nie mit einem Lätsch in eine Sendung gegangen.» Im Gegenteil: Am Mikrophon könne sie gut abschalten. «Man steht im Studio, die Sendung beginnt, das rote Lämpchen leuchtet – und schon geht es mir besser. Ich habe meine Sendungen immer sehr gerne gemacht.»

Sie sagt es in der Vergangenheitsform, denn seit drei Monaten hat Hana Gadze nicht mehr moderiert. Sie arbeitet jetzt in Zürich als Musikredaktorin bei Radio SRF 3. Ein Traumjob, für den sich mehr als 100 Interessierte beworben haben. «Hana Gadze hat das mehrstufige Bewerbungsverfahren sehr souverän absolviert. Mit ihrem enormen musikalischen Fachwissen und ihrem Elan hat sie uns überzeugt», sagt Michael Schuler, Leiter der SRF-Fachredaktion für Pop- und Rockmusik.

Arbeiten im Team

In ihrem neuen Job macht Hana Gadze «alles, was mit Musik zu tun hat». Sie verfasst Albumkritiken, führt Bandinterviews, ist als Reporterin unterwegs und als Musikproduzentin wochenweise für die Musik im Tagesprogramm verantwortlich. Sie bringt Bands als Livegäste ins Studio und bietet die nötigen Techniker auf. Sie überprüft die Playlist, bereitet Interviews vor, informiert die Moderatoren. «Wir sind ein ganzes Team, das für die Sendung arbeitet.»

Das sei auch der grösste Unterschied zu vorher: «Es ist Teamarbeit, das ist neu für mich.» Bei FM 1 war Hana Gadze die einzige Musikredaktorin und entschied vieles alleine. Bei der Fachredaktion Musik, die verschiedene SRF-Sender betreut, arbeitet sie im Team; die Rock- und Popredaktion hat 21 Vollzeitstellen. Dennoch sei kein Spezialistentum gefragt: «Es braucht ein breites Musikwissen, das entspricht mir.»

Welche Band hört sie denn am liebsten? «Ich hasse diese Frage», sagt sie und lacht. Sie lässt sich nicht festlegen, erwähnt in einem Atemzug die Klassik, Led Zeppelin und Chemical Brothers. «Mein eigener Musikgeschmack ist nicht relevant. Ich muss bei meiner Arbeit abstrahieren können. Man macht das Programm nicht für sich, sondern für die Hörer.»

Die Nervosität verfliegt schnell

Geht es nach der St.Gallerin, wird sie das Programm noch lange machen. Schon als Kind habe sie im Bett heimlich Radio gehört. Noch heute schwärmt sie von ihrem «tollen Job», von der Nervosität, die sich im Laufe einer Sendung in ein «wahnsinnig gutes Gefühl» verwandle.

Bei SRF 3 ist ihre Stimme zwar manchmal noch zu hören, Hana Gadze steht aber nicht mehr regelmässig am Mikrophon. Ob sie das Moderieren vermisse? «Im Moment lerne ich so viel Neues, dass ich gar nicht dazu komme, etwas zu vermissen», sagt sie und fügt hinzu, «aber frag mich in ein paar Monaten nochmal.»

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