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Ein Volksfest nicht nur für Insider

Heisse Rhythmen, exotische Köstlichkeiten – und ein Schlauchboot: Der zwölfte interkulturelle Begegnungstag unter dem Motto «St. Gallen, unsere vielfältige Stadt» wurde am Samstag zu einem heiteren Volksfest mit ernstem Hintergrund.
Margrith Widmer
Die vielfältigen Darbietungen am Begegnungstag wurden von zahlreichen Schaulustigen bestaunt. (Bild: pd/Augustin Saleem)

Die vielfältigen Darbietungen am Begegnungstag wurden von zahlreichen Schaulustigen bestaunt. (Bild: pd/Augustin Saleem)

Begeisterte Pfiffe und Applaus vor dem Waaghaus, Bombenstimmung und heisse Rhythmen, ein Weltmarkt als Schaufenster für kulturelles Schaffen und Erzeugnisse anderer Länder, kulinarische Entdeckungen: Der Begegnungstag 2015 vom Samstag in St. Gallen war ein wunderbares Volksfest.

Hans Diem, der frühere Ausserrhoder Regierungsrat, kommt soeben von der Bühne, in St. Galler Tracht: Er singt seit zwei Jahren beim Jodelchörli St. Gallen Ost. Seine Frau, Trudi Diem, dirigiert den Chor; die Tochter, Claudia Diem, ist Vizedirigentin: «Wenn nur ein einziger Xenophober <kehrt>, hat sich dieser Tag gelohnt», sagt Claudia Diem. Sie trägt eine Ausserrhoder Sonntagstracht.

«Enjoy your Puff Puff»

Vor der Post gibt es besondere Pflänzchen zu kaufen: kleine Feigenbäume, aber auch «Geldbäume». Neben einem Stand mit italienischen Spezialitäten gibt's «deutsches Sauerteigbrot». In der Marktgasse lauschen Greise und Babies mitreissenden Rhythmen. «Enjoy your Puff Puff», heisst es am nächsten Stand. Das sind leckere Bällchen aus Nigeria.

Und dann, mitten in der Heiterkeit, den bunten Tüchern und dem Duft exotischer Spezialitäten: ein kleines Schlauchboot. Bei Amnesty International kann man eine Petition unterzeichnen: «SOS Europa: erst Menschen, dann Grenzen schützen».

«100 000 syrische Flüchtlinge aufnehmen». Die Forderung mehrerer Flüchtlingsorganisationen bei der Anlaufstelle gegen Rassismus provoziert. Darüber habe es einige Diskussionen, aber auch gute Gespräche gegeben, sagt eine Mitarbeiterin.

An einem Tischfussballkasten spielt gedankenverloren ein kleiner Junge. Die ganz grosse Attraktion für Kinder ist aber das Polizeiauto auf dem Bohl, in dem sie sich umsehen dürfen: Die Polizei informiert über Gewaltprävention, Kindersitze, Sicherheit im Alter.

Ein Zeichen setzen

47 Organisationen – Migrantenvereine, gemeinnützige Organisationen und Fachstellen – beteiligten sich. Auf der Bühne vor dem Waaghaus wurden Jodel, African-Soul aus Guinea, Senegal und der Schweiz sowie World-Latin-Rhythmen geboten.

Entstanden ist der Begegnungstag aus dem früheren Flüchtlingstag: «Es besteht ein Bedürfnis für eine Plattform, auf der sich NGOs präsentieren können. Mit dem Begegnungstag setzen wir für die Öffentlichkeit immer wieder ein gesellschaftliches Zeichen», sagt Peter Tobler, Integrationsbeauftragter im Amt für Gesellschaftsfragen der Stadt. An den vergangenen Begegnungstagen gab es viele positive Rückmeldungen. So gross und so professionell wie diesmal war das Volksfest noch nie. Da es mitten in der Stadt durchgeführt wird, kommen auch Passanten dazu und nicht nur Insider.

Gesucht: Sponsoren

Ausschliesslich sehr positive Reaktionen hat auch Christian Rupp vom SRK erhalten: Ganz unterschiedliche Menschen treffen sich, und weil er ein vielfältiges Volksfest mit pragmatischem Ansatz sei, werde der Anlass von niemanden in Zweifel gezogen. Auch die Inhaber der Geschäfte an Marktgasse und Bohl seien dem Fest freundlich gesinnt.

Jedes Jahr müssten Interessenten abgewiesen werden, da der Platz beschränkt sei. Sorgen bereite den Organisatoren die Finanzierung, so Rupp. Das Fest wird durch den Integrationskredit finanziert. Sponsoren zu finden, sei schwierig. Doch: 2015 hat die St. Galler Kantonalbank sieben Freiwillige an den Begegnungstag delegiert. Organisiert wird das Fest vom Verein Begegnungstag. Das Organisationskomitee besteht aus der Integrationsstelle der Stadt, dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Kanton St. Gallen und der Arge Integration Ostschweiz.

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