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Ein Universaltyp

Max Schär ist vieles, aber eines ist er ganz bestimmt nicht: einseitig. Mit «Herzfehler» zeigt der Rorschacher Autor seine Vielfältigkeit in teils ernsten, teils humorvollen, aber auch informativen Texten.
Franca Hess
Hier wird getippt, verfasst, überarbeitet und nicht zuletzt auch studiert: Max Schär in seinem «Studierzimmer». (Bild: Franca Hess)

Hier wird getippt, verfasst, überarbeitet und nicht zuletzt auch studiert: Max Schär in seinem «Studierzimmer». (Bild: Franca Hess)

Historiker, Theologe, Prediger, Seelsorger, Forscher und Buchautor – Max Schär ist wahrlich ein vielseitiger Mensch, ein «Universaltyp», wie er selbst sagt. Oder wie er schreibt: «Offensichtlich bin ich kein Monothematiker, sondern erfreue mich der Abwechslung und der Vielfalt.» Und genau das zeigt der Autor aus Rorschach in seinem neuen Buch «Herzfehler». Eine Textsammlung mit historischen, erzählenden, philosophischen, teils informativen, teils vergnüglichen Abschnitten. Mit Texten aus Vergangenheit und Gegenwart. Textskizzen, die sich über die Jahre bei Schär angesammelt haben.

Sein erster veröffentlichter Text erschien 1974 in der Sonntagsbeilage des St. Galler Tagblatts in der damaligen Rubrik «Das andere Wort». «Weihnachten politisch», so der Titel. Sein literarisches Début bildet zugleich den Anfang seines neuen Buches. «Weihnachten hat mich immer schon beschäftigt», sagt Schär. Damals hat er den Text noch mit der Schreibmaschine verfasst, heute schreibt er am Computer in seinem «Studierzimmer», wie er es nennt. Aber nicht nur. Schär ist leidenschaftlicher Zugfahrer. Er geniesst die Freiheit eines GA-Besitzers, steigt gerne in den Zug, beobachtet und schreibt. Er steigt auch gerne an schönen Orten wieder aus und gönnt sich einen Kaffee.

Akribisch genau beobachten und das Beobachtete niederschreiben liegt dem Autor. «Alle diese Menschen im Zug. Man hört, was alles geredet wird und kann interessante Gespräche führen», erzählt Schär begeistert. Im Zug kämen ihm viele Ideen. Da könnte er immer gleich wieder etwas Neues schreiben. «Ich bedauere fast, dass ich erste Klasse fahre, die zweite Klasse wäre weit spannender», sagt Schär. Er sei in seiner Zeit als Gymnasiallehrer schon bis nach Genf gefahren, um Arbeiten seiner Schüler zu korrigieren. «Es ist wichtig, dass man sich für Unangenehmes etwas Komfort gönnt», sagt der Rorschacher, «deswegen habe ich mich dazwischen immer mit einem guten Essen belohnt.»

«Auf den Mond fliegen, das können sie»

Kenntlichkeit wird bei Schär grossgeschrieben: «Ich mag kenntliche Menschen, Menschen mit Profil.» Sein Lateinprofessor Harald Fuchs war wohl so ein Mensch. «Ich mochte ihn, er war ein Original», erzählt der Autor. «Auf den Mond fliegen, das können sie, aber die Uhren in Basel gleichstellen schaffen sie nicht», ist eine der zahlreichen Äusserungen des Professors, die Schär bis heute zu zitieren weiss. Ein eigenes Kapitel im neuen Buch hat sich der Professor so verdient. Aber nicht nur er, auch Ottilia, ehemalige Haushälterin der Familie, hat einen besonderen Platz in Schärs Herzen. «Sie war viel mehr als eine Haushälterin, sie hat zur Familie gehört.» Die beiden hätten eine enge Verbindung gehabt. Ihr Tod war ein schwerer Verlust. «Ich habe zwei Jahre gelitten», erzählt er. Danach habe er für sich entschieden: «So, jetzt lebe ich wieder.» Ein Kapitel über Ottilia findet sich am Ende des Buches. Er habe es als Abschluss gewollt. Schär ist ein lebensfroher Mensch, er lacht viel, während er erzählt. «Ich lebe gerne. Das Leben ist ein Geschenk.» Man müsse sich aber der Endlichkeit bewusst werden und dass nichts ewig währt. «Es wäre doch grässlich, wenn alles immer gleich bliebe.»

Ein folgenreicher Tauchgang

Im Gegensatz zu seinem ersten Buch «Gallus, der Heilige in seiner Zeit», in dem er seine 25jährige Recherche über den heiligen Gallus niederschrieb, enthält «Herzfehler» etliche belletristische Texte. Beim Schreiben dieser Texte habe er seine kreative Ader entdeckt. «Offenbar schlummert beides in mir», stellt Schär fest. Die belletristischen Texte, die oft kleine Episoden aus Schärs Leben erzählen, seien alle sehr nahe an der Wirklichkeit. So auch der Text «Herzfehler», der dem Buch den Titel gab. In ihm liest man von Schärs «Tauchgang» und was es mit seinem Herzfehler auf sich hat. Den Titel habe er gewählt, weil er rätselhaft und vieldeutig sei. «Wer von uns hat schon keinen Herzfehler?», sagt er und schmunzelt. Fragt man ihn nach zukünftigen Projekten, antwortet er: «Mein Hauptprojekt ist jetzt lesen.» Er liest, genau wie er auch schreibt, nämlich «querbeet».

Wer sollte denn nun «Herzfehler» lesen? Das sei eine schwierige Frage, Schär denkt eine Weile nach, bevor er antwortet: «Primär Menschen, die mich kennen und mögen». Weiter auch Menschen mit Freude an der Vielfalt und Menschen, die Lust haben, sich auf Unerwartetes einzulassen.

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