«Ein unbeschreibliches Erlebnis»

Kein Mister Schweiz für Rorschach: Der 24jährige Christian Stieger wurde in der ersten Runde des Finals abgewählt. Eine Woche nach der Wahl spricht er über die vielen Erfahrungen und über den Lerneffekt einer solchen Kandidatur.

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«Viele Leute getroffen»: Christian Stieger vor «seinem» See. (Bild: Sebastian Keller)

«Viele Leute getroffen»: Christian Stieger vor «seinem» See. (Bild: Sebastian Keller)

Christian, Jan Bühlmann heisst der neue Mister Schweiz. Du bist nicht gewählt worden. Enttäuscht?

Christian Stieger: Als ich mit den ersten acht Kandidaten rausflog, war ich schon ein bisschen enttäuscht. Aber die Show konnte ich trotzdem geniessen.

Wie war der Wahlabend in Genf für Dich?

Stieger: Ein einmaliges Erlebnis. Unbeschreiblich. Vor über 600 000 Menschen in der Halle und am Fernseher aufzutreten, da kam die Nervosität schon. Ein bewegender Moment war, als ich meine Familie und Freunde im Publikum jubeln hörte.

Ein Mister Schweiz hat viel um die Ohren. Bist Du erleichtert?

Stieger: Ein wenig, ja. Ich wäre gerne Mister Schweiz geworden. Aber ich gönne es Jan von Herzen. Am Morgen nach der Wahl war ich eher wehmütig.

Wieso das?

Stieger: Es waren intensive drei Monate, in denen ich sehr viele nette Leute kennengelernt habe. Und dann war auf einen Schlag alles vorbei.

Und für die vielen Menschen, die für mich angerufen haben, tat es mir leid, dass ich nicht gewählt wurde. Denen möchte ich für die Unterstützung und die zahlreichen netten Zuschriften danken.

Was hat Dir besonders gefallen an der Zeit als Kandidat?

Stieger: Ich habe viele Eindrücke gesammelt. Und ich konnte in eine andere Welt eintauchen. Eine Welt, die ich bisher nicht gekannt habe. Vielleicht waren es auch Warhols 15 Minuten Ruhm…

Was hat Dir nicht so zugesagt?

Stieger: Teilweise die Oberflächlichkeit. In gewissen Momenten kam ich mir vor wie ein Objekt. Aber das Positive überwiegt. Und ich konnte viel lernen.

Was zum Beispiel?

Stieger: Viel über mich. Etwa, wie ich im Fernseher wirke oder wie sich meine Stimme im Radio anhört. Auch im Umgang mit Menschen und Medien habe ich enorm viel gelernt. Und an Selbstvertrauen zugelegt.

Wie geht es jetzt weiter?

Stieger: Ich bin weiterhin auf Jobsuche in der Medien- und Kommunikationsbranche. Vielleicht versuche ich mich auch als Model. Ich bin für vieles offen.

Sagt Dir die Modewelt zu?

Stieger: Ja, ich finde sie sehr interessant. Zudem haben mir einige Fachleute gesagt, dass sich mein Gesicht fürs Modeln eigne. Aber ich setze nicht alles auf diese Karte, dazu bin ich Realist genug.

Würdest Du wieder mitmachen?

Stieger: Auf jeden Fall. Ich möchte die Erfahrung nicht missen.

Interview: Sebastian Keller