Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein umtriebiger Pfarrer geht

Er ist ein Pfarrer, der sich in die Politik einmischt: Andreas Nufer hat das Solidaritätsnetz Ostschweiz mitbegründet. Ende Jahr verlässt er die Ökumenische Gemeinde Halden.
Christina Weder
«Nach 19 Jahren ist es Zeit für einen Wechsel», findet Andreas Nufer, der Ende Jahr die Ökumenische Gemeinde Halden verlässt. (Bild: Ralph Ribi)

«Nach 19 Jahren ist es Zeit für einen Wechsel», findet Andreas Nufer, der Ende Jahr die Ökumenische Gemeinde Halden verlässt. (Bild: Ralph Ribi)

Andreas Nufer zieht es weg. Der evangelische Pfarrer, der seit 1992 in der Ökumenischen Gemeinde Halden wirkt, verlässt St. Gallen per Ende Jahr, wie er auf Anfrage bestätigt. Die Pfarrstelle in Halden war seine erste nach dem Theologiestudium.

«Nach 19 Jahren ist es Zeit für einen Wechsel», begründet der 47-Jährige seinen Wegzug. Er geht nach Bern, wo er eine Pfarrerstelle in der Heiliggeistkirche antreten wird, der offenen Kirche, die gleich neben dem Bahnhof liegt.

Ein Pfarrer, der sich exponiert

Andreas Nufer ist nicht nur ein leidenschaftlicher Pfarrer, der für seine Gemeindemitglieder ein offenes Ohr hat. Er ist über seinen Kirchkreis hinaus einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, weil er sich immer wieder in politischen Fragen exponiert hat. Im Glauben an eine gerechtere Welt liegen ihm besonders Flüchtlings- und Integrationsfragen am Herzen. Zudem engagiert er sich in der Entwicklungshilfe.

Mitbegründer des Solinetzes

Fünf der 19 Jahre als Gemeindepfarrer in Halden hat Nufer in der lutherischen Partnergemeinde Belem in Brasilien verbracht. Als er nach St. Gallen zurückkehrte, führte er sein Engagement für die Armen und Benachteiligten weiter – ganz nach der Überzeugung: «Wenn sich die Kirche gesellschaftlich nicht einmischt, ist sie keine Kirche mehr.»

Besonders aktiv wurde Andreas Nufer, als 2004 die Fürsorgegelder für abgewiesene Asylbewerber gestrichen wurden, woraufhin viele dieser Asylbewerber auf der Strasse standen. Damals gründete er mit Gleichgesinnten das Solidaritätsnetz Ostschweiz, eine soziale Bewegung, die heute über 1400 Mitglieder zählt.

Herzstück des Solinetzes ist der Mittagstisch. Täglich kochen Freiwillige in der Stadt für 10 bis 30 bedürftige Personen. Das Solinetz führt auch immer wieder Aktionen durch. Die jüngste war das «Bleiberecht-Camp», das im Mai seine Zelte im Kantipark aufschlug, um auf die Not von Flüchtlingen und Sans-Papiers aufmerksam zu machen. Nufer, der das Solinetz in der Öffentlichkeit vertritt, hat sich mit seinem Engagement und seiner Gesellschaftskritik nicht nur Freunde gemacht. Seinen Vorstandsposten beim Solinetz wird er aufgrund seines Wegzugs abgeben.

Eine «offene Gemeinde»

Andreas Nufer hat auch das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz (Sufo) mitbegründet. Es verfolgt das Ziel, mit jungen Menschen über soziale, ökologische, politische und wirtschaftliche Zusammenhänge zu diskutieren.

Vermissen werde er an Halden die «lässigen Leute», wie er sagt. Aber auch die Offenheit für die Ökumene und interreligiöse Projekte. Diese Offenheit der Ökumenischen Gemeinde Halden sei einfach «einmalig».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.