Ein überragender Abschluss

Mit Investitionskosten von 60 bis 70 Millionen Franken baut HRS auf Steinacher Boden ein 60 Meter grosses Hochhaus – mit einem Park drumherum. Es bildet einen markanten Blickfang der neuen Silhouette im Areal Saurer WerkZwei.

Max Eichenberger
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So soll das geplante Steinacher Hochhaus in der Nähe der Aachmündung in Erscheinung treten. (Bild: pd)

So soll das geplante Steinacher Hochhaus in der Nähe der Aachmündung in Erscheinung treten. (Bild: pd)

STEINACH/ARBON. Das auffallend in Erscheinung tretende Gebäude soll im östlichen Zipfel des 220 000 Quadratmeter grossen Areals Saurer WerkZwei – zwischen Bahn, neuer Kantonsstrasse und Aach – 19geschossig 2015/16 hochgezogen werden. Das Projekt, das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen ist, ist gestern vorgestellt worden.

Es spriesst auf Saurer-Brache

HRS ist seit eineinhalb Jahren Eigentümerin des ehemaligen Saurer-Geländes. Vier Überbauungs- und Umnutzungsprojekte hat das Unternehmen inzwischen planerisch nahezu parallel bereits auf den Weg gebracht und öffentlich vorgestellt: eine Wohnüberbauung («Im Park») und die Umnutzung des Hamel-Komplexes mit Neubauten auf einem angrenzenden Baufeld (unter anderem mit Hotel, Wohnen, Gewerbe und Dienstleistung). Direkt am See wird die Metropol-Neuüberbauung («Riva») vorangetrieben. Und gegenüber dem Bahnhof soll HRS-Entwickler Michael Breitenmoser zufolge noch in diesem Jahr mit dem Bau zweier Wohnhäuser gestartet werden («Haus am See»). Grünes Licht dafür hat der Kanton vor Monatsfrist gegeben.

Wohnraum für bis 1250 Personen

In den nächsten acht Jahren dürften Investitionen von rund einer Viertelmilliarde Franken ausgelöst werden. Insgesamt soll auf dem einst industriell genutzten Gelände neuer Wohnraum für 1000 bis 1250 Personen entstehen. HRS geht davon aus, dass dank dieser Investitionen in der Region bis 900 neue Arbeitsplätze generiert werden.

Das Hochhaus ist vom Zürcher Architekturbüro Gmür & Geschwentner entworfen worden. Eines seiner Referenzobjekte ist das Zürcher Hochhaus «Hard Turm Park». Michael Geschwentner hat Ostschweizer Wurzeln. Elf renommierte Büros aus dem In- und Ausland sind zum Wettbewerb eingeladen worden. Bezüglich der Höhe des Hochhauses hat eines der beurteilten Projekte mit 110 Metern alle andern überragt.

Wohnungen, Büros, Café

89 Mietwohnungen werden in dem nun weiter bearbeiteten Entwurf in den oberen 15 Geschossen realisiert. Das Erdgeschoss bietet Räume für Verkauf, Gewerbe sowie einen Gastronomiebereich. Ein Café sei nicht blosser Wunsch. Das Potenzial sei vorhanden, dass es funktionieren kann, ist man bei HRS überzeugt. Die ersten drei leicht voluminöseren Sockelobergeschosse bergen knapp 2400 Quadratmeter Büroflächen. Zwei Geschosse befinden sich unter Terrain. In einer unterirdischen Einstellhalle sind 101 Abstellplätze vorgesehen.

In Parkanlage eingebettet

Das Hochhaus mit einem stattlichen Gebäudevolumen von 47 000 Kubikmeter und einfachem Grundriss ist unmittelbar neben der neuen Kantonsstrasse beim Kreisel zur Bahnunterführung auf Steinacher Boden geplant. Eingebettet ist es in eine grosszügige Parkanlage. Darin sind Fuss- und Radwege angelegt – und liege der Mehrwert eines in die Höhe gebauten Hauses, das weniger Grundfläche beanspruche, erklären die Entwickler. Der Park erstreckt sich über beide Gemeinden Arbon und Steinach. Er verbindet sie – «wie ein Gelenk», war Architekt Michael Geschwentner das Landschaftselement in diesem Übergang wichtig.

Verbindung zum See noch offen

Auf eine optimale Anbindung des Dorfs hatte der Gemeinderat Steinach gepocht, erinnert Gemeindepräsident Roland Brändli. Die Gestaltung des Parks ist in den Investitionskosten berücksichtigt. Für eine Verbindung zum See für Fussgänger als auch Velofahrer (Unterführung) und eine Weiterführung des renaturierten Aach-Grüngürtels gibt es erst Vorschläge. Diese Verbindung werden die Gemeinden sicherzustellen haben.

Mit Seeblick: 89 Wohnungen sollen vermietet werden. (Bild: pd)

Mit Seeblick: 89 Wohnungen sollen vermietet werden. (Bild: pd)

Architekt Michael Geschwentner begutachtet das Modell. (Bild: Max Eichenberger)

Architekt Michael Geschwentner begutachtet das Modell. (Bild: Max Eichenberger)