Ein Traum geht in Erfüllung

Der Toggenburger Unihockey-Internationale Daniel Kläger wechselt vom NLA-Club Waldkirch-St. Gallen in die finnische Liga. Der 30-Jährige unterschreibt beim 1.-Divisions-Club Josba Joensuun einen Vertrag bis April 2013.

Urs Huwyler
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Daniel Kläger wechselt aus der Ostschweiz nach Finnland und erfüllt sich damit einen Bubentraum. (Bild: Urs Bucher)

Daniel Kläger wechselt aus der Ostschweiz nach Finnland und erfüllt sich damit einen Bubentraum. (Bild: Urs Bucher)

UNIHOCKEY. Im Unihockey gilt die finnische Liga als eine der stärksten weltweit. Ab kommender Saison wird der Schweizer Internationale Daniel Kläger im hohen Norden Unihockey spielen. Der 30-Jährige aus Mosnang wechselt auf die kommende Saison hin vom UHC Waldkirch-St. Gallen zu Josba Joensuun. Der Transfer ist für Schweizer Verhältnisse spektakulär. Verglichen mit dem Fussball etwa, entspricht Klägers Wechsel nach Finnland einem Transfer zu einem europäischen Spitzenclub.

Erkundigungen eingeholt

Klägers neuer Verein war bereits finnischer Meister und möchte in der kommenden Saison an der Spitze mitmischen. «In der obersten finnischen Liga spielen 14 Teams. Das Ziel von Josba Joensuun sind die Playoffs der besten acht», sagt Kläger.

Der Transfer des 30-Jährigen ist umso überraschender, weil in der Universitätsstadt Joensuu die Ausländer bisher eine untergeordnete Rolle spielten. Kläger ist erst der dritte Nicht-Finne, der einen Vertrag erhält. Der Schweizer wurde mindestens bis im April 2013 verpflichtet.

Bisher kennt Kläger weder den Präsidenten des Clubs noch den Trainer persönlich. Die Verhandlungen wurden in der Schweiz über den für die Grasshoppers tätig gewesenen neuen Teamchef geführt. «Josba Joensuun suchte noch einen Verteidiger und ich entsprach den Vorstellungen», sagt Kläger. Weil der 30-Jährige bei Alligator Malans oder Waldkirch-St. Gallen verschiedentlich mit Finnen zusammengespielt hatte, zogen die Verantwortlichen bei Klägers ehemaligen Teamkollegen Erkundigungen ein. Diese fielen positiv aus. Zudem dürfte sich der ebenfalls von den St. Gallern zu Joensuun wechselnde Finne Petri Väänänen für den Toggenburger eingesetzt haben.

Hoffen auf die Heim-WM

Für Kläger kommt der Wechsel ins Ausland zu einem idealen Zeitpunkt. Im Dezember findet die WM in der Schweiz statt. Erfolge im Ausland wirken sich erfahrungsgemäss positiv auf die Nationalkader-Nominationen aus. «Die WM spielte in meinen Überlegungen aber keine Rolle. Sollte ich meine Leistungen bringen und unerwartet ein Thema für die Nationalmannschaft werden, würde mich dies aber freuen», so Kläger. Der 30-Jährige träumte bereits als Junior davon, irgendwann in einer ausländischen Liga spielen zu können. «In Schweden dürfte die Liga etwas stärker sein, doch Finnland war für mich immer die Nummer eins. Auch deshalb, weil ich einige finnische Spitzenspieler kenne. Eine solche Chance werde ich kaum nochmals erhalten», sagt Kläger. Sein neuer Wohnort Joensuu befindet sich im Osten von Finnland etwa 80 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Kläger kennt die Stadt von früheren Spielen und Trainings mit Waldkirch-St. Gallen. «Joensuu lässt sich von der Grösse her mit St. Gallen vergleichen und besitzt ebenfalls eine Universität.»

Grosse Konkurrenz für Kläger

Eine Wohnung in der Stadt hat Kläger bereits gefunden. Der Toggenburger wird in einer Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung mit Blick auf den Pyhäselkä-See wohnen. Ob er als Profi oder Halbprofi angestellt wird, steht noch nicht fest. «Der Verein möchte logischerweise, dass ich mich ausschliesslich auf den Sport konzentriere», sagt Kläger. «Ich tendiere aber dazu, neben den Trainings zu arbeiten. In welcher Branche auch immer. Gespräche über den detaillierten Tagesablauf werden folgen, sobald ich in Finnland bin. Dann kann ich mir auch einzelne berufliche Angebote anschauen.»

Denkbar wäre für Kläger eine Stelle bei einem Sponsor seines neuen Vereins. «Ich bin mir bewusst, dass es hart wird. Die interne Konkurrenz ist gross und die Erwartungen sind hoch», sagt der 30-Jährige. In Finnland hat Unihockey einen völlig anderen Stellenwert als in der Schweiz. Beispielsweise müssen alle Hallen der obersten Liga mit jenem Belag ausgerüstet sein, der sonst nur an der WM verwendet wird.