Ein Tattoo für Jugendliche

Am 15. November findet in Gossau das erste Jugendmusik-Tattoo der Region statt. Organisiert wurde das Ganze von Irina Schwarz im Rahmen ihrer Maturaarbeit an der Kantonsschule am Burggraben. Die letzten Proben laufen noch.

Patrick Tobler
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Irina Schwarz in ihrer Konzertkleidung und mit Majorstab, mit dem sie die Jugendmusik anführen wird. (Bild: Ralph Ribi)

Irina Schwarz in ihrer Konzertkleidung und mit Majorstab, mit dem sie die Jugendmusik anführen wird. (Bild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Tattoos werden immer beliebter. Hier ist jedoch nicht vom Körperschmuck die Rede sondern von der, eigentlich militärischen, Musikdarbietung. Inspiriert vom weltbekannten «Edinburgh Military Tattoo» nimmt die Zahl solcher Tattoos zu. Ein solches Tattoo führt am 15. November auch die Jugendmusikschule Gossau in der Turnhalle des Gymnasiums Friedberg auf. Besonders daran ist, dass der Anlass von der Maturandin Irina Schwarz initiiert wurde. Die kleinsten der jugendlichen Musiker sind gerade mal zehn Jahre alt. Für sie ist der Auftritt eine besonders grosse Herausforderung.

Musik statt Wirtschaft

Für die Maturaarbeit ein Tattoo zu veranstalten, gehört zu den spezielleren Themen. Vor allem, wenn man die Matura mit dem Schwerpunkt Wirtschaft abschliesst, so wie Irina Schwarz. Für die 16-Jährige sei es nicht in Frage gekommen, ein wirtschaftliches Thema zu wählen. Viel lieber wollte sie etwas mit ihrem Hobby machen: Seit neun Jahren spielt sie Querflöte, seit fünf Jahren in der Jugendmusik Gossau. «Die Idee zur Maturaarbeit kam spontan», sagt Irina Schwarz. Nachdem sie letztes Jahr das Herbstlager der Jugendmusik besucht hatte, war für sie klar: Irgendwann wolle sie einen Auftritt selbst arrangieren. Die Chance bot sich ihr sogleich mit der Maturaarbeit.

Choreographien erfinden

Das Projekt sei eine Herausforderung gewesen, sagt die junge Gossauerin. Denn sie musste nicht nur den ganzen Event organisieren, sondern auch Choreographien zu den einzelnen Musikstücken schreiben. Eines der drei aufgeführten Lieder wird «Eye of the Tiger» sein, bei dem die Musikgruppe zum Beispiel Formationen bildet, die wie ein «T» oder ein Auge aussehen. Laut Irina Schwarz hat sie diese Choreographien eigenhändig kreiert. Der Schlüssel dabei war, das Musikstück so oft wie möglich zu hören und dann zu entscheiden, welche Bewegung passen könnte.

Lieder auswendig spielen

Für den Auftritt wurde in den letzten Wochen jeden Mittwochabend geprobt. Zusätzlich werden an drei Samstagen Extraproben organisiert, um für den nötigen Feinschliff kurz vor dem Auftritt zu sorgen. Es sei nicht einfach gewesen, bei ihren Kollegen plötzlich als Chefin aufzutreten. Indem sie ihnen aber klargemacht habe, wie wichtig ihr das Projekt sei, hätten sich alle angestrengt. Und Irina Schwarz verlangt den jungen Musikern einiges ab: So müssen alle Stücke auswendiggelernt werden, was bei anderen Auftritten der Musikschule Gossau nicht üblich ist. Dies hat sie von der Schweizer Showband übernommen, bei der sie ebenfalls mitspielt.

Zukunft als Lehrerin

Trotz des Engagements in den verschiedenen Musikgruppen plane sie nicht, die Musik zum Beruf zu machen, sagt Irina Schwarz. Es werde ein Hobby bleiben, das aber viel von ihrer Zeit beanspruche. Nach dem Bestehen ihrer Matura kommenden Sommer wolle sie erst einmal ein Zwischenjahr einlegen, um etwas Abstand vom ganzen Lernen zu bekommen. Sie könnte sich vorstellen, während dieses Jahres ein Praktikum in einer Schule zu absolvieren. Denn nach ihrem Abschluss möchte sie die Lehrausbildung an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen aufnehmen.