«Ein Stück Infrastruktur»

Eggersriet droht der Verlust des Dorfladens. Die Einkaufszentren in Heiden und St. Gallen locken mit tieferen Preisen – trotzdem möchten viele Eggersrieter «ihren» Laden gerne behalten.

Text: Davia Korte Bilder: Oliver Schneider
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Bild: Jasmine Neff, 22 Coiffeuse, Heiden

Bild: Jasmine Neff, 22 Coiffeuse, Heiden

Es ist schade, dass der Dorfladen voraussichtlich schliesst. Zum Einkaufen müsste man dann immer nach St. Gallen oder Heiden. Derzeit wäre das für meine Frau und mich kein Problem, aber sobald wir nicht mehr Auto fahren können, müssten wir mit dem Postauto einkaufen gehen. Gerade für ältere Personen ist das sehr mühsam, schliesslich muss man beim Einkaufen auch einiges an Gewicht mitschleppen.

Vor allem für ältere Personen wäre das Verschwinden des Dorfladens ein grosser Verlust. Das Einkaufen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in St. Gallen oder Heiden ist für ältere Menschen oder Personen ohne eigenes Auto kompliziert und sehr anstrengend. Selbst gehe ich ab und an in den Dorfladen, aber den grossen Wocheneinkauf tätige ich dort nicht. Gerade für Familien mit Kindern sind die Preisunterschiede zu den grossen Supermarktketten einfach zu gross. Dass die Aufgabe des Euro-Mindestkurses mit ein Grund ist, weshalb die kleineren Läden immer mehr um ihre Kunden kämpfen müssen, glaube ich aber nicht.

Dass der Dorfladen schliessen muss, falls sich kein Nachfolger finden lässt, ist sehr schade. Mit dem Dorfladen würde in Eggersriet auch ein Stück Infrastruktur verlorengehen. Ausserdem ist ein Geschäft im Dorf immer auch ein sozialer Treffpunkt, der ginge dann verloren.

Dass die kleinen Läden den Betrieb aufgeben müssen, ist ein bekanntes Phänomen. Der Verlust eines Dorfladens ist immer auch der Verlust von etwas Infrastruktur. Die Preise in den kleinen Geschäften sind natürlich etwas höher als in den Supermärkten, aber wenn man einen Dorfladen haben möchte, erfordert das von den Bewohnern eines Dorfes auch eine gewisse Bereitschaft, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Schade, dass das Geschäft wohl bald schliesst. Gerade mit dem Kinderwagen ist es sehr angenehm, wenn man zu Fuss einkaufen gehen kann. Ich gehe immer wieder in den Dorfladen einkaufen, vor allem das, was man für den täglichen Gebrauch benötigt. Trotzdem ist die Entscheidung des Besitzers natürlich nachvollziehbar.

Dass das Geschäft wohl bald schliessen muss, ist ein grosser Verlust für Eggersriet. Trotzdem habe ich Verständnis für die Entscheidung des Besitzers, der nun seit einigen Jahren mit sinkenden Kundenzahlen zu kämpfen hat. Ein kleiner Dorfladen kann einen viel persönlicheren Service bieten als eine grössere Supermarktkette. So hat der Dorfladen in der Vergangenheit beispielsweise das Altersheim und die Schule beliefert, das fällt nun weg. Und auch für die Umwelt ist ein Geschäft im Dorf sinnvoll, denn wenn man zu Fuss einkaufen gehen kann, reduziert das auch den CO2-Ausstoss.

Früher, als der Dorfladen noch ein Denner-Satellit war, habe ich ab und an Dinge für den täglichen Bedarf dort eingekauft. Nun gehe ich öfters in St. Gallen oder in Heiden einkaufen. Mit dem Auto ist man in zehn Minuten in St. Gallen, wo das Angebot grösser und die Preise tiefer sind.

Ich habe von einigen meiner Kunden gehört, dass sie den Dorfladen gerne behalten würden, damit sie in Eggersriet weiterhin einkaufen können. Diese Gruppe, zu der auch einige Neuzuzüger gehören, versucht den Dorfladen aktiv zu unterstützen.

Bild: Jasmine Neff, 22 Coiffeuse, Heiden

Bild: Jasmine Neff, 22 Coiffeuse, Heiden

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Bild: Jasmine Neff, 22 Coiffeuse, Heiden

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