Ein strenger und belastender Einsatz

Brandursache, Sachschaden und die Identität des Todesopfers sind nach dem Brand am Marktplatz nach wie vor unklar. Unterdessen hat die Feuerwehr ihr Material weggeräumt. Im Juweliergeschäft Frischknecht versucht man, zur Tagesordnung zurückzukehren.

Sebastian Schneider
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Haufenweise Schutt, abgebrochener Gips und verkohlte Strohmatten. Die Dachwohnung am Marktplatz 20 ist vom vorgestrigen Brand arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Sämtliche Holzbalken sind verkohlt, die Gitarre und die Bücher im Gestell sind komplett verrusst. Als vorgestern mittag das Feuer vom vierten Stock her in die Dachwohnung übergriff, waren die Bewohner nicht zu Hause. «Zum Glück konnten wir mit den Mietern inzwischen Kontakt aufnehmen», sagt Christian Isler, Kommandant von Feuerwehr und Zivilschutz. Erst jetzt habe er Gewissheit, dass ihnen nichts zugestossen sei.

Die Feuerwehr zieht sich zurück

Der Fall ist für die Feuerwehr mehr oder weniger abgeschlossen. Gestern räumten Feuerwehrmänner die Schläuche, die zur Sicherheit noch ausgelegt waren, in einen Transportwagen. Nur eine Bautüre ist vom Material der Feuerwehr noch im Haus. Sie verschliesst die Wohnung im vierten Stock, wo gestern das Feuer ausbrach und ein Mann verstarb. Die Identität des Verunglückten wird derzeit ermittelt (siehe Zweittext).

In der Wohnung hinter der Bautüre sind mehrere Mitarbeiter des kriminaltechnischen Dienstes im Einsatz. Sie suchen nach Hinweisen, die über Brandursache und Brandverlauf Aufschluss geben. Der Brand hat laut Isler nicht so rasch gelöscht werden können wie in den meisten Fällen. Dass das Feuer in die obere Wohnung durchschlagen konnte, sei eher ungewöhnlich. Zumal man ja rasch auf Platz gewesen sei.

Zuerst 10, dann 65 Einsatzkräfte

Isler greift zu seinem Pager: «Um 11.49 Uhr wurde Alarm geschlagen, um 11.52 Uhr waren wir vor Ort». In der Zeit dazwischen sei der Alarm von Stufe 1 auf Stufe 2 erhöht worden. Die Berufsfeuerwehr mit zehn Einsatzkräften erhielt dadurch rasch Verstärkung durch Milizfeuerwehren. Am Ende standen 65 Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz. Weil der Brand zuoberst im Haus wütete, war der Einsatz laut Isler körperlich anstrengend. Für einige kam eine zusätzliche Belastung wegen der verstorbenen Person dazu. «Ein strenger Einsatz», lautet das Résumé des Kommandanten.

Rückkehr zur Normalität?

Für Katharina Frischknecht, Inhaberin des Juwelierladens im Erdgeschoss, war der Brand eine böse Überraschung: «Ich stand lange unter Schock», sagt sie. Nachdem sie auf den Brand aufmerksam gemacht worden sei, hätten sie und ihr Team sofort den Laden verlassen. Danach blieb das Geschäft den ganzen Mittwoch geschlossen. Seit gestern versuche man, zur Tagesordnung zurückzukehren. «Wir sind ja noch glimpflich davongekommen», sagt Frischknecht.

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