Ein steter Kampf

Das 1.-Liga-Team von Andwil-Arnegg ist in den vergangenen Jahren immer wieder in den Auf- oder Abstiegskampf involviert. Dies habe seinen speziellen Reiz, sagt Captain Tobias Kummer, der heute sein Team in die NLB führen will.

Raya Badraun
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«Wir sind keine Einzelkämpfer», sagt Captain Tobias Kummer über die 1.-Liga-Mannschaft Andwil-Arnegg. (Bild: Urs Jaudas)

«Wir sind keine Einzelkämpfer», sagt Captain Tobias Kummer über die 1.-Liga-Mannschaft Andwil-Arnegg. (Bild: Urs Jaudas)

VOLLEYBALL. Der Finalgegner von Andwil-Arnegg ist eine Nummer für sich. Luzern hat in seiner Gruppe in der Qualifikationsrunde lediglich ein Spiel verloren und ist mit erfahrenen NLA- und NLB-Spielern sowie einem ehemaligen Akteur der deutschen Bundesliga stark besetzt. Mit dem Slowaken Dusan Jarotta, der früher das Schweizer Nationalteam der Frauen coachte, wurde auf diese Saison hin zudem ein erfahrener Trainer engagiert. Auf dem Papier sah das Innerschweizer Team als sicherer Sieger des ersten Playoff-Finalspieles aus. Aber eben, nur auf dem Papier. Mit 2:3 verloren die Luzerner gegen Andwil-Arnegg, wenn auch nur knapp.

«Sie haben zwar starke Spieler, aber als Team funktionieren sie nicht», erklärt sich Captain Tobias Kummer den überraschenden Sieg seines Teams. Anders sieht es bei den Ostschweizern aus. Als Andwil-Arnegg vor einem Jahr in die 1. Liga abstieg, tauschten einige erfahrene Volleyballer den Platz mit den Nachwuchsspielern aus der zweiten Mannschaft. So kam frischer Wind auf. «Es ist die bisher beste Saison», sagt Kummer, der mit 28 Jahren einer der ältesten Spieler ist. «Wir sind keine Einzelkämpfer, sondern zwölf Freunde. Es stimmt einfach alles.»

Zu viele Unstimmigkeiten

Das war nicht immer so. Andwil-Arnegg hat stürmische Zeiten hinter sich. «Ich finde es extrem spannend, dass wir immer wieder kämpfen müssen», sagt Passeur Kummer, «ob nun für den Ligaerhalt oder den Aufstieg.» Ein Platz im Mittelfeld mit Luft nach unten und oben wäre nichts für das junge Team. «Wahrscheinlich würde uns da schnell der Reiz fehlen.» Doch der ständige Kampf, der nicht immer gewonnen werden kann, hat auch frustrierende Momente zur Folge. Etwa beim Abstieg aus der NLA vor vier Jahren oder in die 1. Liga vor einem Jahr. In der vergangenen Saison fehlten Spieler, weshalb zwei Auswärtige ins Team geholt wurden. «Das hat überhaupt nicht funktioniert», sagt Kummer heute. «Es gab damals einfach zu viele Unstimmigkeiten im Team.» Zahlreiche Niederlagen und der Abstieg waren die Folgen. Mit dem jetzigen Team könne er sich wieder eine Saison in der NLB vorstellen, so Kummer. Nach den Testspielen vom vergangenen Herbst, wo Andwil-Arnegg unter anderem das NLB-Team Kreuzlingen besiegte, rechnet er sich einen Platz im Mittelfeld aus.

NLA noch immer als Fernziel

Als Dirk Heynen Anfang 2010 den Trainerposten antrat, sprach er von der NLA als Fernziel. Die höchste Liga hat das Team trotz des Abstiegs nicht ganz aus den Augen verloren. «Es würde mich reizen, gegen Amerikaner und Brasilianer zu spielen», sagt Kummer. Dass in einem solchen Spiel jedoch Welten aufeinander treffen würden, ist ihm bewusst. «Es würde wahrscheinlich eine frustrierende Saison werden.» Denn Andwil-Arnegg spielt praktisch nur mit ortsansässigen Spielern, von denen lediglich drei über 1,90 Meter gross sind. «Es ist nicht unsere Philosophie, dass wir Spieler von aussen holen», sagt Kummer, der als Zehnjähriger mit einigen Klassenkameraden mit dem Volleyballtraining begann. Der VBC Andwil-Arnegg ist ein Dorfverein und soll es auch bleiben. Das passt auch zum persönlichen Ziel von Kummer: guten Volleyball spielen, egal in welcher Liga.

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