Ein Sprung gegen die 80 000

Die Bevölkerung der Stadt St. Gallen ist 2014 überdurchschnittlich um 1,2 Prozent oder 928 Personen gewachsen. Ginge das Wachstum so weiter, würde bald der 80 000. Stadtsanktgaller begrüsst.

Daniel Wirth
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928 Personen haben sich 2014 beim Einwohneramt angemeldet. (Bild: Michel Canonica)

928 Personen haben sich 2014 beim Einwohneramt angemeldet. (Bild: Michel Canonica)

79 341 Menschen haben Ende vorigen Jahres in der Stadt St. Gallen gewohnt. Damit ist und bleibt St. Gallen hinter Luzern und vor Lugano die achtgrösste Stadt der Schweiz. Diese Zahl weist nicht mehr nur die ständige Wohnbevölkerung (74 682) aus, sondern die gesamte; das heisst, 3690 Personen mit Nebenwohnsitz in der Stadt und 969 Menschen, die ohne dauerhafte Aufenthaltsbewilligung hier leben, werden mitgezählt.

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Diese relativ neue Zählart hat das überdurchschnittliche Wachstum von 928 Menschen aber nicht beeinflusst, wie Stephan Wenger, Leiter des Einwohneramts der Stadt, sagt. In den vergangenen sieben Jahren sei die Bevölkerungszahl jeweils um 300 bis 500 angestiegen. Wer sich beim Einwohneramt meldet, muss nicht erklären, weshalb er in die Stadt St. Gallen zieht. Darum kann Wenger das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum 2014 auch nicht begründen. Er sei sich aber ziemlich sicher, dass die ständig steigende Zahl der Studierenden an der Universität zum Wachstum beigetragen habe. Zudem vermutet Wenger, dass zahlreiche Mitarbeitende des Bundesverwaltungsgerichts definitiv nach St. Gallen gezogen sind und nun hier ihren Wohnsitz haben. Die zweite Vermutung des Einwohneramtchefs: «In der Stadt zu leben ist wieder ein gesellschaftlicher Trend geworden.»

Stadtpräsident erfreut

Stadtpräsident Thomas Scheitlin jedenfalls freut's, dass die Bevölkerungszahl 2014 sprunghaft gestiegen ist. «Das Wachstum beweist, dass St. Gallen Lebens- und Wohnqualität hat», sagt er. Oder anders ausgedrückt: St. Gallen ist attraktiv.

Die St. Galler Ständeratsmitglieder Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner fordern vom Bund, dass dieser eine Metropolitanregion Ostschweiz definiert. Gemäss Scheitlin ist es von Bedeutung, dass der Kern einer solchen Region eine Zu- und keine Abwanderung erfahre. Mit einem Wachstum auf über 80 000 Einwohner sehe sich der Stadtrat in seiner strategischen Ausrichtung bestätigt, erklärt Scheitlin.