Ein Spick für die Abstimmung

Nächste Woche stimmen die Mörschwiler an der Bürgerversammlung darüber ab, ob der Freihof renoviert werden oder einem Neubau weichen soll. Das Vorgehen ist kompliziert. Der Gemeinderat hat deshalb eine Anleitung gedruckt.

Nina Rudnicki
Drucken
Teilen
Neubau oder Renovation – wie es mit dem Freihof weitergeht, ist derzeit noch ungewiss. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Neubau oder Renovation – wie es mit dem Freihof weitergeht, ist derzeit noch ungewiss. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

MÖRSCHWIL. Abbrechen oder Renovieren? An der Bürgerversammlung nächste Woche wird der Entscheid fallen, wie es mit dem Freihof in Mörschwil weitergeht. Dass mit der Liegenschaft etwas geschehen muss, sind sich Gemeinde und Bürger einig. Die Frage stellt sich nur wie. Für eines von fünf Szenarien gilt es sich zu entscheiden. «Das bedeutet ein etwas kompliziertes Abstimmungsprozedere», sagt Gemeindepräsident Paul Bühler. Er hat am Montagabend zur Vorversammlung geladen. Das Interesse ist gross und die Mehrzweckhalle dementsprechend gut besucht.

Prozedere erklären

Auf den Tischen in der Mehrzweckhalle liegen farbig bedruckte A4-Blätter. «Was Sie darauf sehen, ist der Abstimmungsprozess grafisch dargestellt», sagt Bühler. «Damit sollte an der Bürgerversammlung nichts mehr schiefgehen.» Ein Neubau mit breiter Strasse und einem Trottoir oder doch mit zwei Trottoirs oder lieber eine schmale Strasse mit einem Durchgang für Fussgänger, ist darauf etwa zu lesen. Wenn sich die Bürger gegen einen Neubau und für eine Renovation entscheiden, dann ergibt sich daraus wie die Grafik aufzeigt, eine Abstimmung entweder über den Erhalt oder den Umbau des Säli. «An der Bürgerversammlung werden wir nach jeder Frage die Diskussion eröffnen», sagt Bühler. «Wir hoffen, dass jene, die eine Renovation befürworten, und jene, die für einen Neubau sind, sich nicht gegeneinander verschwören.» Denn würde in der Schlussabstimmung jene Variante, welche die meisten Stimmen bekommen hat, abgelehnt, stünde die Gemeinde wieder am Anfang. Läuft alles gut, wird in einem zweiten Schritt über den Kredit abstimmt.

Auf eine Empfehlung hat der Gemeinderat aber bewusst verzichtet. «Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile», sagt Bühler. Daher solle jeder Bürger nun zu Hause darüber nachdenken, wie er abstimmen wolle.

Vielleicht mag dem einen oder anderen Bürger bei seinem Entscheid das weitere Vorgehen helfen. Bei der Variante Neubau wird zunächst ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, dann an der Bürgerversammlung im nächsten Jahr über den Projektierungskredit und wiederum frühestens ein halbes Jahr später über den Baukredit entschieden. Bei einer Renovation könnte bereits in einem halben Jahr an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung der Baukredit erteilt werden.

Diskussion bleibt aus

Eine Tendenz, wie die Abstimmung ausgehen könnte, hat sich an der Vorversammlung nicht abgezeichnet. Diskussionen blieben bis auf zwei Fragen zur Raumhöhe bei der Variante Renovation sowie den Kosten eines reduzieren Neubaus aus.

Bühler nutzte den Rest des Abends, um auf einige Punkte des Amtsberichts einzugehen. Stolz sei man darauf, dass alle 33 Parzellen im Gebiet Hueb/Otmarstrasse wie versprochen an Mörschwiler Familien verkauft worden seien, sagte er. Zudem habe der Gemeinderat das Industriegebiet Meggenhus an zwei Firmen verkauft. Ein weiteres Projekt, das in diesem Jahr ansteht, ist die Verkehrssituation an der Horchentalstrasse. Durch eine Mittelinsel und ein Eingangstor soll die Sicherheit verbessert werden. «Messungen haben gezeigt, dass hier massiv zu schnell gefahren wird», sagt er. Kosten kommen auf die Gemeinde auch im öffentlichen Regionalverkehr zu. Anstatt wie bisher 35 verlangt der Kanton neu einen Anteil von 50 Prozent. Im Budget 2013 sind dafür 430 000 Franken vorgesehen.

Aktuelle Nachrichten