Ein sommerlicher und nasser Mai

Der vergangene Mai zeigte sich mit zwei Gesichtern. Die erste Hälfte entsprach den Vorstellungen eines warmen Wonnemonats. Die zweite Hälfte war von starkem Niederschlag geprägt.

Andreas Walker
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Trotz Kälteeinbrüche fällt der Mai am See 0,5 Grad zu warm aus. (Bild: Andreas Walker)

Trotz Kälteeinbrüche fällt der Mai am See 0,5 Grad zu warm aus. (Bild: Andreas Walker)

REGION. Schon zu Beginn des Monats fielen auf der Alpennordseite grosse Niederschlagsmengen. Mit feuchten Luftmassen aus Südwesten gelangte auch viel Wärme in die Schweiz. Deshalb lagen vom 3. bis zum 5. Mai die Tagesmittel-Temperaturen in Tieflagen verbreitet 3 bis 5 Grad, in höheren Lagen 5 bis 8 Grad über der Norm 1981–2010. Ab dem 10. Mai setzte eine Hochdruckperiode ein, die vom 11. bis am 13. des Monats verbreitet Tagesmittel von 4 bis 9 Grad über der Norm brachte. Am 12. und 13. Mai stiegen die Tageshöchstwerte im Flachland der Alpennordseite auf sommerliche 27 bis 30 Grad.

Eisheilige mit Temperatursturz

Pünktlich zum Schluss der «Eisheiligen» erfolgte am 15. Mai zur «Kalten Sophie» ein massiver Polarlufteinbruch aus Nordwesten und liess die Tagesmitteltemperatur verbreitet um 3 bis 7 Grad unter die Norm fallen. Auch wenn dieser Kälteeinbruch erst zur «Kalten Sophie» stattfand, waren die «Eisheiligen» dieses Jahr pünktlich. Die alten Bauernregeln beziehen sich nämlich auf den Julianischen Kalender. Seit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 haben sich diese Daten um mehr als eine Woche nach hinten verschoben. Somit würden die Eisheiligen eigentlich ab dem 20. Mai eintreten. Tatsächlich erfolgte eine weitere kühle Periode vom 19. bis am 27. Mai. Während des Durchzugs eines Höhentiefs am 20. und 21. Mai bewegten sich die Tagesmittel-Temperaturen im Norden 4 bis 7 und in Berglagen 6 bis 9 Grad unter dem langjährigen Mittel. In den Bergen gab es grössere Neuschneemengen, und die Schneefallgrenze sank bis gegen 800 Meter hinunter.

Nach einem Kaltfrontdurchgang aus Nordwesten lagen die Tagesmittel-Temperaturen am 26. und 27. Mai im Norden verbreitet 3 bis knapp 5 Grad unter den durchschnittlichen Werten. Danach wurde es wieder wärmer, und in den letzten Tagen zeigte der Monat sein freundliches Mai-Gesicht mit Wärme und Sonnenschein.

Warm und viel Regen

Trotz der Kälteeinbrüche in der zweiten Monatshälfte fällt über die ganze Schweiz gemittelt der Mai etwa 0,7 Grad zu warm aus. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Mai-Temperatur 14 Grad und lag damit 0,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Bereits in den ersten sechs Mai-Tagen fielen auf der Alpennordseite grosse Niederschlagsmengen. Einzelne Regionen erhielten dabei mehr als die normale Mai-Summe. Auf der Alpennordseite erreichten die Monatssummen meist 110 bis 160 Prozent, vereinzelt auch gegen 180 Prozent der Norm 1981–2010. In den Alpen lagen die Werte verbreitet zwischen 130 und 180 Prozent, lokal auch sogar über 200 Prozent des langjährigen Mittels. In den Westalpen wurden Rekord-Regensummen gemessen. Am Bodensee betrug die Niederschlagsmenge 134 Liter pro Quadratmeter, was 134 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Während der April deutlich überdurchschnittliche Werte der Sonnenscheindauer bescherte, blieben die Sonnenstunden im Mai in den meisten Regionen unter dem Durchschnitt. Besonders trüb war es auf dem Säntis, wo nur rund 60 Prozent der üblichen Sonnenscheindauer registriert wurde. Am Bodensee schien die Sonne im Mai 190 Stunden und erreichte damit 90 Prozent des langjährigen Mittels.

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