«Ein schönes Zeichen»

CVP-Politiker Ruedi Manser hat bei den Parlamentswahlen am meisten Stimmen erhalten. Gleichzeitig ist er Panaschierkönig.

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Ruedi Manser CVP-Parlamentarier und Panaschierkönig (Bild: Quelle)

Ruedi Manser CVP-Parlamentarier und Panaschierkönig (Bild: Quelle)

Herr Manser, wie fühlt man sich nach so einem Glanzresultat?

Ruedi Manser: Natürlich macht einen das stolz, wenn man auch über die eigene Partei hinaus geschätzt und gewählt wird. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mich gewählt haben. Es ist ein schönes Zeichen und freut mich sehr.

Wie haben die Gossauerinnen und Gossauer auf Ihr Wahlergebnis reagiert?

Manser: Viele sind auf mich zugekommen und haben mir gratuliert. Ich habe dann jeweils gesagt: Du hast mich ja sicher auch gewählt. Da haben sie genickt und gelacht.

Hat Ihnen auch Ihr Vorgänger, der neue Stadtrat Bruno Damann, gratuliert?

Manser: Ja klar, wir haben zur Feier des Tages eine gute Flasche Wein zusammen getrunken.

Wie erklären Sie sich die vielen Stimmen?

Manser: Ich denke, es gibt zwei Gründe, welche das erklären: Erstens war ich lange Zeit Lehrer und Schulleiter am Oberstufenzentrum Rosenau. Dadurch habe ich einen sehr grossen Bekanntheitsgrad in der Stadt, viele Leute kennen mich persönlich. Das ist natürlich von Vorteil, wenn ein Name mit vielen anderen zusammen auf einer Liste steht. Zweitens glaube ich, dass die Gossauer Bürger meine Art zu politisieren schätzen.

Wie politisieren Sie denn?

Manser: Sach- und konsensorientiert. Ich bin nicht der Typ, über den viel in der Zeitung steht. Und ich bin auch nicht einer, der sich im Parlament oft zu Wort meldet. Dennoch wissen die Leute, dass ich die Probleme erkenne und auch anpacke.

Also sind Sie eher ein stiller Schaffer?

Manser: Genau. Zudem finde ich es wichtig, auch einmal über den «Tellerrand» der eigenen Partei hinauszublicken.

Wollen Sie den Titel in vier Jahren verteidigen?

Manser: Nein. In vier Jahren werde ich nicht mehr politisieren. Ich übe mein Amt als Stadtparlamentarier sehr gerne aus. Dennoch, glaube ich, ist es wichtig zu erkennen, wann die Zeit gekommen ist, um den Jüngeren Platz zu machen.

Wann ist die Zeit gekommen?

Manser: Spätestens in vier Jahren.

Was wollen Sie bis dahin noch erreichen?

Manser: Ich möchte mich weiterhin für ein lebendiges und lebenswertes Gossau einsetzen.

Interview: Daniela Walter