Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein «schönes» Geschenk

ST. GALLEN. Der Bund will die Liegenschaften der Schweizerschulen abstossen. So auch die Villa der Schule in Rom. Das bringt den privaten Trägerverein ins Trudeln – trotz fairem Angebot. St. Gallen ist Patronatskanton der Schweizerschule Rom.
Regula Weik
Die Villa der Schweizerschule Rom. (Bild: Flavio Micheli)

Die Villa der Schweizerschule Rom. (Bild: Flavio Micheli)

Der Bund zahlt den 17 Schweizerschulen im Ausland Subventionen – je nach Anzahl der Schweizer Schülerinnen und Schüler. Die Schulen sind als Privatschulen organisiert, ihre Liegenschaften gehören den Trägervereinen – mit zwei Ausnahmen. Dazu gehört die Schweizerschule Rom; St. Gallen ist ihr Patronatskanton. Die zweite Schule, deren Gebäude heute noch im Besitz des Bundes ist, ist jene in Catania; ihr Patronat nimmt der Kanton Zürich wahr. Nun möchte sich der Bund auch von diesen letzten beiden Liegenschaften trennen. Und so wird in Bern ein neues Bundesgesetz für die Schweizerschulen im Ausland diskutiert.

Hohe Steuern fallen an

Der Ständerat hat die Vorlage bereits beraten, in den nächsten Monaten kommt sie in den Nationalrat. Das neue Gesetz sieht vor, dass der Bund die Schulliegenschaften den lokalen Trägern übergibt. Die Konditionen – insbesondere der Verkaufspreis – sind darin nicht definiert. So heisst es: Der Bund kann die Liegenschaften den lokalen Trägern «unentgeltlich oder zu Vorzugsbedingungen» übertragen.

Die derzeitige Preisvorstellung des Bundes – die Rede ist von einer Million Franken – bringt den Trägerverein der Schweizerschule Rom in die Bredouille. Und das, obwohl er Preis keineswegs überteuert ist. Die Schule ist in einer Villa einquartiert und liegt an bester Lage in Rom, wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof; der Wert der Liegenschaft wird auf ein Mehrfaches geschätzt. Christoph Mattle, Leiter Amt für Mittelschulen des Kantons St. Gallen und Geschäftsführer der Patronatskommission der Schweizerschule Rom, spricht von 14 Millionen Franken. Der Verkauf hat dennoch einen Haken: Für den Trägerverein fallen hohe Steuern an. Mattle geht von 1,5 Millionen Franken aus.

Auf den Trägerverein kommen somit Kosten von 2,5 Millionen Franken zu – Geld, das er nicht hat. Die Verantwortlichen hoffen daher, dass der Bund noch zu einem anderen Schluss kommt – und er ihnen die Schule zum Nulltarif überträgt; dann entfallen die Steuern.

Kosten für Unterhalt

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht – auch dank Innerrhoder Support. So hat sich Ivo Bischofberger im Ständerat dafür eingesetzt, dass die Liegenschaft gratis übergeben wird. Bischofberger gehört der ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Forschung an, welche die Vorberatung vorgenommen hatte; zudem ist er Vorstandsmitglied von Educationsuisse, der Organisation der Auslandschulen.

Allerdings: Für Vertragsabschluss und Verkaufspreis ist der Bundesrat zuständig, nicht das Parlament. Trotzdem, so Mattle, hat der Support geholfen – «in Bern muss das Römer Anliegen, Übertragung zum Nulltarif, nicht mehr bekanntgemacht werden; es ist allseits bekannt.» Der Hintergrund des Anliegens: Die Schweizerkolonie in Rom hatte die Liegenschaft vor vielen Jahren dem Bund teilweise geschenkt.

Noch ist offen, wann das neue Gesetz verabschiedet ist. Der Bundesrat definiert die Konditionen der Übergabe erst danach. Dem Trägerverein «Schweizerschule Rom» eilt es nicht: Heute kommt der Bund für den Unterhalt der Liegenschaft auf; er investiert jedes Jahr gut 100 000 Franken. Künftig muss der Verein als neuer Liegenschaftsbesitzer dafür aufkommen.

Nach St. Galler Lehrplan

St. Gallen ist als Patronatskanton nur am Rande vom Verkauf tangiert. Das Patronat ist nicht mit finanziellen Verpflichtungen verbunden; der Kanton zahlt aber in der Regel jedes Jahr 100 000 Franken aus dem Lotteriefonds an die Schule in Rom. Und wie finanziert sie sich? Über Schulgelder und dank der Unterstützung des Bundes (jährlich gegen zwei Millionen Franken).

Was bedeutet das Patronat? Die Schweizerschule Rom lehne sich an den Kanton St. Gallen an, sagt Mattle. So wird nach dem St. Galler Lehrplan unterrichtet, die Schülerinnen und Schüler legen die st. gallische Matura ab, der Kanton bietet Unterstützung in pädagogischen Fragen und rechtliche Beratung (Anstellung oder Entlassung von Lehrpersonen) und er hilft bei der Rekrutierung von Lehrpersonen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.